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DSGVO: Fünf Tipps für klare Sicht in der Cloud


Worauf Unternehmen bei der Auswahl von Cloud-Anbietern achten sollten
Ein guter Anhaltspunkt, um eine erste Auswahl an geeigneten Cloud-Anbietern zu treffen, sind derzeit die ISO-Zertifizierungen 27001 und 27017, die sich am IT-Grundschutz des BSI orientieren

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Von Michael Scheffler, Regional Director CEEU, Bitglass

Die Nutzung von Cloud-Services ist für viele Unternehmen eine betriebliche Notwendigkeit geworden. Werden personenbezogene Daten in die Cloud ausgelagert, gelten bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters jedoch besondere Vorgaben durch die DSGVO. Um die Compliance-Vorgaben bestmöglich zu erfüllen, sollten Unternehmen einige wesentliche Punkte beachten.

Für Cloud-Services gilt das Modell der Shared Responsibility, das heißt, dass sowohl der Anbieter als auch das nutzende Unternehmen für die Datensicherheit verantwortlich sind. Während der Nutzer dafür zu sorgen hat, dass die Datennutzung in der Cloud sicher ist, hat der Cloud-Anbieter für die Sicherheit der bereitgestellten Infrastruktur zu garantieren. Werden für personenbezogene Daten Cloud-Services genutzt, verlangt die DSGVO von den Nutzern, sich zu vergewissern, dass der Cloud-Anbieter seiner Verantwortung in ausreichendem Maße nachkommt. Unternehmen müssen also sicherstellen, dass das Datenschutzniveau, dass sie ihren Kunden zusichern, auch jenseits ihrer eigenen Infrastruktur in der Cloud aufrechterhalten bleibt.

Bei Einführung der DSGVO war vorgesehen, mit Hilfe von Gütesiegeln Unternehmen die Auswahl von Cloud-Anbietern zu erleichtern. Standards für Zertifizierer werden gegenwärtig allerdings erst vom Europäischen Datenschutzrat erarbeitet. Dennoch entbindet ein Gütesiegel die Unternehmen nicht von ihrer Verpflichtung zur gewissenhaften Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen des Cloud-Anbieters. Die Zuweisung dieser Kontrolleur-Rolle mag zunächst etwas übertrieben wirken, dient aber letztendlich dazu, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen, damit bei einem potentiellen Ernstfall die Zuständigkeiten und daraus resultierenden Verpflichtungen geklärt sind.

Ein guter Anhaltspunkt, um eine erste Auswahl an geeigneten Cloud-Anbietern zu treffen, sind derzeit die ISO-Zertifizierungen 27001 und 27017, die sich am IT-Grundschutz des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) orientieren. Um darüber hinaus ihrer Prüfpflicht nach DSGVO-Gesichtspunkten nachzukommen, müssen Unternehmen ihre eigenen Datenschutzrichtlinien mit denen der in Frage kommenden Cloud-Anbieter abgleichen. Dabei sollten insbesondere die folgenden Punkte beachtet werden:

1. Standort der Datenverarbeitung, -speicherung und -sicherung
Der Firmenstandort eines Anbieters sagt nicht zwangsläufig aus, dass eben dort auch der Cloudservice gehostet wird und somit die Verarbeitungstätigkeiten stattfinden. Nach DSGVO-Aspekten ist es in diesem Zusammenhang wichtig, zu ermitteln, ob die Daten im EU-Raum oder außerhalb davon verarbeitet, gespeichert und gesichert werden. Ist letzteres der Fall, muss der Cloud-Nutzer prüfen, ob die Möglichkeiten zur Durchsetzung ihrer Datenschutzrechte bei Kunden im entsprechenden Land dieselben sind wie innerhalb der EU. Für den Cloudanbieter gibt es diesbezüglich verschiedene Möglichkeiten, dies nachzuweisen, beispielsweise durch eine entsprechende von der EU genehmigte Zertifizierung oder eine offizielle Stellungnahme der zuständigen Aufsichtsbehörden.

2. Aktueller Malware-Schutz
Der Cloud-Anbieter sollte nachweisen können, dass er über einen geeigneten Virenschutz verfügt, der auch die Blockierung und Entfernung von noch unbekannter Malware ermöglicht – also idealerweise verhaltensbasiert arbeitet. Überaus fortschrittlich wäre es, wenn der Cloudprovider auch Malware-Schutzfunktionen für Daten in der Cloud und während des Uploads bieten kann. Weiterhin sollte mit dem Hersteller der Software eine mindestens tägliche Aktualisierung vereinbart sein.

3. Verfahrensregelung bei Sicherheitsvorfällen
Ein überaus wichtiges Kapitel ist die Verfahrensregelung bei Sicherheitsvorfällen. Der Cloud-Anbieter muss darlegen, innerhalb welcher Fristen und in welchem Umfang er Auskunft über potenzielle Datenverluste geben kann und ob diese zeitgleich an Nutzer und Aufsichtsbehörden gegeben werden. Anhand dessen sollten Cloud-Nutzer ihre eigenen internen Prozesse überprüfen, um sicherzustellen, dass Kunden und gegebenenfalls Aufsichtsbehörden innerhalb der gesetzlichen Frist von 72 Stunden informiert werden. Sofern noch nicht vorhanden, sollte für Cloud-Sicherheitsvorfälle ein unternehmensinterner Ablaufplan ausgearbeitet werden, in welchem alle nötigen Schritte und die erforderlichen beteiligten Personen festgelegt werden.

4. Datensicherungs und -wiederherstellungsmechanismen
Cloud-Nutzer müssen sich vergewissern, dass die Vorgaben, die sie in ihrer Datenschutzerklärung ihren Kunden zusichern, auch in dem Vertrag mit dem Cloud-Anbieter abgebildet sind. Dafür hat der Cloud-Anbieter alle organisatorischen und technischen Verfahren für regelmäßige Back-ups und die Wiederherstellung von Daten bereitzustellen, zu dokumentieren und regelmäßig zu kommunizieren. Dies gilt auch für die Seite des Cloudanbieters. Außerdem muss er bei Vertragsabschluss dem Nutzer gegenüber erklären, dass ausschließlich autorisiertes Personal Zugriff auf die Daten hat. Dabei sollten sich Nutzer auch darauf beschränken man sich dabei darauf beschränken, dem Anbieter maximal lesenden Zugriff einzuräumen.

5. Cloud-Anbieter und Subunternehmer
Bei Vertragsabschluss sollten Cloud-Nutzer in Erfahrung bringen, ob der Anbieter für bestimmte Cloud-Instanzen mit Subunternehmen zusammenarbeitet. Ist dies der Fall, ist weiterhin zunächst zu klären, ob diese im selben geographischen Gebiet operieren wie der beauftragte Anbieter. Falls dies nicht zutrifft, muss nachgewiesen werden, ob auch in der entsprechenden Lage dort sichergestellt ist, dass dasselbe Datenschutzniveau wie im EU-Raum herrscht. Weiterhin muss auch die Erklärung eingeholt werden, dass der Subunternehmer alle vertraglich betroffenen Vereinbarungen zwischen Anbieter und Nutzer einhält. Ist dies nicht gegeben, wäre der Vertragsabschluss hinfällig.

Für optimale Datensicherheit: Was Cloud-Nutzer tun können
Insgesamt müssen Cloud-Nutzer sicherstellen, dass die von ihnen erhobenen personenbezogenen Daten über den gesamten Verarbeitungszyklus hinweg gesichert sind. Damit auf beiden Seiten die Maßnahmen perfekt ineinandergreifen, sollten Unternehmen dafür sorgen, dass ihre Daten in der Cloud geschützt sind. Mit Verschlüsselungstools können sie dafür sorgen, dass diese nicht zur Beute unbefugter Dritter werden.

Dies bietet einen weiteren Vorteil: Gehen Daten auf dem Weg in die Cloud verloren, ist nach derzeitiger Auslegung der DSGVO kein meldepflichtiger Vorfall entstanden, da erbeutete Daten in verschlüsselter Form für die Diebe wertlos sind – gesetzt den Fall, es wurden nicht auch noch die erforderlichen Schlüssel entwendet. Allerdings lautet die Empfehlung des Gesetzgebers, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob der verwendete Verschlüsselungsalgorithmus neuesten Anforderungen entspricht. Kommt es mit einem veralteten Algorithmus zu einer Sicherheitspanne mit Datenverlust, trifft den Cloud-Nutzer womöglich eine Mitschuld.

Der gegenwärtig höchste Standard ist der AES-256 (Advanced Encryption-Standard). Dieser nutzt 256-Bit-Schlüssel für die Chiffrierung von Daten. Ein ebenso langer Initialisierungsvektor sorgt dafür, dass auch in umfangreichen Datenmengen ein ausreichendes Maß an Zufälligkeit herrscht und der Datensatz nicht geknackt werden kann. Darüber hinaus sollten die Schlüssel ausschließlich unternehmensintern, durch einen beschränkten Personenkreis generiert und verwaltet werden.

Da zahlreiche Angriffsversuche häufig Social Engineering-Taktiken am Endpoint anwenden, um Zugriff auf möglichst viele Anwendungen und Daten zu erhalten, ist es darüber hinaus sinnvoll, das Sicherheitsbewusstsein der Unternehmensmitarbeiter regelmäßig zu schulen. Auf diese Weise wird das Bewusstsein für die Sicherheit von Daten nach und nach ein Bestandteil der Unternehmenskultur, der sämtliche Ebenen durchdringt. Dies trägt langfristig mit dazu bei, die rechtlichen Pflichten nach DSGVO-Vorgaben mit geringem Aufwand einhalten zu können. (Bitglass: ra)

eingetragen: 21.04.19
Newsletterlauf: 21.05.19

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Meldungen: Tipps und Hinweise

  • Lektion zur Datensicherheit

    Da Schüler, Studenten, Lehrkräfte und Dozenten zunehmend digitale Inhalte, Cloud-Dienste und Online-Anwendungen nutzen, haben Bildungseinrichtungen mit einem exponentiellen Wachstum der von ihnen verarbeiteten Datenmengen zu kämpfen. Um dieser datenintensiven Situation gerecht zu werden, benötigen sie effiziente und zugleich erschwingliche Möglichkeiten, um ihren Speicherbedarf zu erweitern und die Datensicherung und -wiederherstellung zu verbessern. Um angesichts des extremen Budgetdrucks effizienter und kostengünstiger wirtschaften zu können, sucht der Bildungssektor nach neuen Wegen und Möglichkeiten. Inzwischen findet die Cloud dabei zunehmend mehr Beachtung. Die Bildungsbranche hat erkannt, dass die Cloud zusätzliche, leistungsfähige Funktionen bietet - und das äußerst kostengünstig. Denn wer sich auf die Cloud verlässt, muss kein großes IT-Team vorhalten oder gar ein eigenes Rechenzentrum betreiben. Deshalb wünschen sich Bildungseinrichtungen von der Cloud, dass sie so sicher wie möglich ist und dass der jeweilige Cloud-Anbieter die Verantwortung für den Schutz der Daten übernimmt.

  • Cloud Security-Lösungen gegen APTs

    Mit der fortschreitenden Digitalisierung entwickeln sich auch die Geschäftsanforderungen rasant weiter. Dabei ist die schnelle Bereitstellung von Unternehmensanwendungen für die Einführung neuer, verbesserter Geschäftsabläufe zentral. Für viele Unternehmen ist die Auslagerung von Workloads in die Public Cloud dafür das Mittel der Wahl. Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit sowie Kosteneffizienz eröffnen die Möglichkeit, innovative betriebliche Entwicklungen mit geringem Aufwand umzusetzen. Was die Risikoeinschätzung für die dort gespeicherten Daten anbelangt, müssen viele Unternehmen jedoch umdenken.

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  • Gesundheit der Mitarbeiter oberste Priorität

    Die COVID-19-Pandemie hat Unternehmen weltweit dazu gezwungen, bestehende Unternehmensstrukturen und Arbeitsweisen zu hinterfragen und neu zu denken. Aktuell dominieren Spekulationen darüber, wann sich das Arbeitsleben und der tägliche Umgang miteinander wieder normalisieren - doch was wird nach der Krise "normal" sein? Bereits jetzt ist klar, dass es Veränderungen geben wird und neue, flexiblere Arbeitsweisen endgültig starre Routinen ersetzen. Daher müssen sich Unternehmen schon jetzt damit befassen, wie die Arbeitswelt nach COVID-19 aussehen wird und was ihre Mitarbeiter hierfür benötigen werden.

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    Eine entscheidende Maßnahme zur Verlangsamung der Ausbreitung von COVID-19 ist "Social Distancing". Deshalb erlassen viele kommunale und staatliche Einrichtungen jetzt verbindliche Anordnungen hinsichtlich der räumlichen Trennung von Personen. Das hat dazu geführt, dass IT-Teams praktisch über Nacht dafür sorgen müssen, dass die Mitarbeiter von Unternehmen aus dem Homeoffice arbeiten können. Da diese Situation weltweit auf Millionen von Menschen gleichzeitig zutrifft, erleben wir gerade das größte Remote-Working-Projekt aller Zeiten. Der Umzug von Mitarbeitern, deren Computern und ihren Daten aus einer sicheren Büroumgebung ins häusliche Umfeld birgt ein enormes Risiko für die Datensicherheit, technische Störungen, versehentliche Fehler oder gar Cyberattacken. Die nachfolgenden Schritte skizzieren, wie Unternehmen dafür sorgen können, dass langfristig ein sicheres Remote Working möglich ist.

  • Ursachen für das Scheitern von Cloud-Migrationen

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    Die Sicherung von Innovations- und Wettbewerbsstärke steht üblicherweise in jedem Lastenheft von Unternehmenslenkern. Doch auch die Entwicklung von Strategien zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in weniger rosigen Zeiten nimmt an Bedeutung zu. Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass dies für viele Unternehmen bedeutet, die Digitalisierung mit Nachdruck voranzutreiben und dabei auch die eigene IT-Strategie auf den Prüfstand zu stellen.

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    Digitalisierung und Remote Arbeiten haben drastisch an Akzeptanz gewonnen: Nach einer aktuellen Bitkom-Studie haben im ersten Quartal 2020 neun Millionen Arbeitnehmer erstmals von Zuhause aus gearbeitet. Die schiere Zahl legt nahe, dass nicht alle von langer Hand darauf vorbereitet waren: "Ich vermute, dass viele Cloud Computing-Lösungen genutzt haben, um Dokumente auszutauschen - und die virtuellen Desktops der Mitarbeiter überfüllt sind", meint Norbert Gronau, Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Prozesse und Systeme der Universität Potsdam. Das könnte erheblichen Zusatzaufwand für die Unternehmen bedeuten, rechnet Sven Kaiser vom ECM-Spezialisten Optimal Systems vor: Nach sechs Wochen improvisierter Heimarbeit geschätzte neun Millionen Manntage für das Suchen, Ablegen und korrekte Archivieren der im Homeoffice erzeugten und bearbeiteten Dateien.

  • Daten in der Cloud zu schützen

    Die Cloud bringt eine Fülle von Vorteilen für Unternehmen mit sich, darunter reduzierte Kosten und flexible Skalierung, bietet Cyberkriminellen jedoch auch eine große Angriffsfläche, da enorme Datenmengen an einem Ort gespeichert sind. Cloud Account Hijacking auf Unternehmensebene ist besonders verheerend, wenn dadurch vertrauliche oder geschäftskritische Daten durchsickern oder gefälscht werden. Dies kann erhebliche Kosten, rechtliche Konsequenzen und Reputationsschäden verursachen. Cloud Account Hijacking ist eine gängige Taktik, bei der Cyberkriminelle gestohlene Kontoinformationen eines Opfers missbrauchen. Beispielsweise für das Auspionieren von Unternehmensaktivitäten und Finanztransaktionen, Datenmanipulation und Datendiebstahl sowie weiterführende Spear Phishing-Angriffe auf Kollegen und Geschäftspartner.

  • Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität

    In der aktuellen Situation ist das Homeoffice für viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer die beste Lösung. Doch wenn alle auf einmal von zuhause aus arbeiten, sorgt das nicht nur für organisatorische, sondern auch für technische Herausforderungen. In diesen schwierigen Zeiten ist es besonders wichtig, die Geschäftskontinuität aufrecht zu erhalten. Das stellt Organisationen jedoch teilweise vor große Herausforderungen. Zusätzlich geraten im Krisenmodus Lösungsmöglichkeiten schnell aus dem Blick, die sonst alltäglich sind. Steht beispielsweise ein Unternehmen im Normalfall vor einer Aufgabe, für deren Lösung externe Expertise notwendig ist, holt es sich diese Expertise. Das sollte jetzt genauso oder umso mehr gelten, stellen doch die aktuellen Entwicklungen und Maßnahmen besondere Anforderungen an die IT. Obwohl derzeit vieles eingeschränkt wird, stehen den Unternehmen auch weiterhin verlässliche Partner zur Verfügung, an die sie die Aufgaben delegieren können, die sie nicht alleine zu bewältigen in der Lage sind. Was Entscheider auch bedenken sollten: Partner reagieren ebenfalls auf die aktuelle Situation und richten sich auf eine höhere oder spezielle Nachfrage ein.