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Neue Chancen in der Cloud


Systemintegratoren verknüpfen On- und Off-Premise
Wie kommen die Daten von einem On-Premise-Programm in eine Cloud Computing-Anwendung und umgekehrt?


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Von Hilarius Dreßen, Senior Vice President Global Channels, visionapp AG

(27.05.11) - Cloud Computing ist auf dem Weg vom Hype zur Realität. Gerade Großunternehmen verlagern stufenweise ihre Haus-IT in die Wolke. In einem ersten Schritt fassen sie die unternehmenseigene IT zusammen und stellen auf Services von virtualisierten Systemen zur Private Cloud um. Und noch während die IT-Stäbe daran arbeiten, machen sich ganze Firmenabteilungen selbständig und ordern IT-Leistungen aus der Cloud – durchaus mit Rückendeckung von ganz oben.

Das Ergebnis sind Mischformen: Frühe Pioniere waren Google-Docs und die Kundenbetreuungsanwendung Salesforce, die gerne mal im Alleingang genutzt wurden, oder aber auch die Dienste der Dropbox oder die Server-Kapazitäten von Amazon. Inzwischen gibt es alle möglichen Angebote aus der Cloud und die entsprechende Nachfrage. Oftmals werden diese Mischformen "Hybrid Clouds" genannt. Davon kann man aber erst dann wirklich sprechen, wenn Private und Public Cloud miteinander integriert sind und nicht das alte Silo einfach in neuen Formen wieder abgebildet wird.

Das schafft allerdings ein Problem: Wie kommen die Daten von einem On-Premise-Programm in eine Cloud Computing-Anwendung und umgekehrt? IT-Veteranen erinnern sich an Zeiten, an denen Mainframe- neben DOS-Programmen auf den PCs liefen. So rigoros voneinander getrennt, dass etliche Datensätze zweimal und öfter eingegeben werden mussten. Inzwischen macht es copy-and-paste einfacher, verursacht aber immer noch so viel Arbeitsaufwand, dass der Kostenvorteil der Cloud dahinschmilzt. Denn "Cloud" bietet ja eigentlich eine vollständige Automatisierung vom Backend bis zur Bereitstellung von Anwendungen – wartungsfrei, simpel und browserbasiert. Das kann also nicht die Lösung sein.

Beim Verschmelzen von On-Premise und Off-Premise-Anwendungen müssen vor allem Aspekte wie Compliance und Transparenz unbedingt berücksichtigt werden: Wer hat welche Server gebucht? Wer lagert welche Daten wohin aus? Wie sieht es mit den Berechtigungen, mit der Kostenkontrolle und nicht zuletzt mit der Transparenz aus? Kurz gesagt: Die Interdependenzen, die in einer gut integrierten On-Premise-IT schon beträchtlich sind, steigen mit dem Cloud Computing noch einmal.

Hier tut sich ein neues Arbeitsgebiet für einen Teil der IT-Branche auf, der besonders viele Arbeitsplätze stellt: die Systemintegratoren. Ihr Arbeitsfeld ist künftig nicht mehr von den Grenzen einer Firma definiert, sondern gewinnt eine neue Dimension. Systemintegration der Zukunft bedeutet Zusammenführung von interner und externer IT. Mit ihrem Know-how migrieren die Experten ihre Kunden je nach Bedarf in die Private, Public oder Hybrid Cloud und helfen dabei, die bestehende Hard- und Softwareinfrastruktur so zu integrieren, dass möglichst wenig Reibungsverluste entstehen. Will heißen: Die Systemintegratoren sind diejenigen, die sich tief in die IT-Infrastruktur eines Unternehmen hineindenken können, sie wissen, welche Rädchen zu drehen sind und wie eine Lösung optimal in ein bestehendes Ecoystem eingebunden werden kann.

Schließlich wollen die Kunden mit Cloud Computing Kosten sparen und die Effizienz erhöhen – und dafür nicht erstmal alle bestehenden Systeme entfernen müssen. Die Nachfrage ist heute schon riesig: Der Paradigmenwechsel ist bereits in vollem Gange, denn welcher Anwender möchte langfristig unterschiedliche Clouds für unterschiedliche Tätigkeiten nutzen? Ziel ist die eine kombinierte Cloud, integriert durch clevere IT-Lösungen und das Know-how der Systemintegratoren. (visonapp: ra)

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Die Cloud darf nicht an Grenzen scheitern Der "Big Brother Award 2012" wurde unter anderem auch an das Cloud Computing verliehen. Die Business Software Alliance (BSA) begrüßt grundsätzlich den kritischen Umgang mit neuen Technologien. In diesem Fall aber werden die falschen Schlussfolgerungen aus dem legitimen Interesse der Nutzer gezogen: nicht noch mehr Regulierung ist nötig, sondern Transparenz und Wahlfreiheit.

Naturkatastrophen und internationale Perspektiven Am 11. März 2011 erschütterte das Tohoku Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 die Ostküste Japans. Dies führte zu einer zweiten Naturkatastrophe: Eine riesige, 30 Meter hohe Flutwelle zog alles mit sich, als sie an der japanischen Küste aufschlug. Das Meerwasser durchbrach den Schutzwall des Atomkraftwerks Fukushima und löste eine dritte Katastrophe aus: die Kernschmelze im Kraftwerk. Daraufhin sah sich die japanische Regierung gezwungen, eine Sperrzone in einem Radius von 20 Kilometern um das Kraftwerk herum einzurichten.

Cloud Computing und Datenschutz Lebens- und Krankenversicherungen, Ärzte und Rechtsanwälte sollten zukünftig Cloud Computing-Anwendungen nutzen dürfen. Diese Forderung an die Politik stellte Prof. Dr. Peter Bräutigam, Datenschutzexperte und Partner der internationalen Kanzlei Noerr, auf dem "Noerr Outsourcing Day". Der Münchner Rechtsanwalt hält das sogar strafrechtlich verbotene Auslagern von Daten z.B. für Ärzte und Anwälte für nicht mehr zeitgemäß: "Die Cloud ist meist sicherer als die Speicherung von Daten auf lokalen Servern der einzelnen Kundenunternehmen", sagt Bräutigam. "In der öffentlichen Diskussion um Datensicherheit beim Cloud Computing werden häufig tatsächlich nicht vorhandene Gefahren heraufbeschworen."

Mit Cloud-Services profitieren vom wachsende Markt Nach einer aktuellen Studie der Experton-Group im Auftrag des Branchenverbands Bitkom wird der deutsche Markt für Cloud Computing in diesem Jahr die Umsatzgrenze von 5 Milliarden Euro überschreiten und damit um fast 50 Prozent wachsen. Größten Anteil haben dabei die Geschäftskunden: Gut 3 Milliarden Euro geben Unternehmen für Cloud Computing aus, im Vorjahr war es gut eine Milliarde Euro weniger. Der Hauptteil dieser Umsätze entfällt mit 1,4 Milliarden Euro auf Cloud Computing-Services. Bis 2016 soll der Markt auf rund 17 Milliarden Euro expandieren.

SaaS: Chance für Service-Provider dataglobal-COO Stephan Unser beleuchtet das Thema "Archivierung auf SaaS-Basis". Besonders Service Provider und IT-Dienstleister sollen im Jahr 2012 vom Cloud Computing-Service-Trend profitieren.

Rückzug aus dem Cloud Computing eine Illusion? Der Branchenverband Bitkom prognostiziert, dass der Umsatz mit Cloud Computing bis 2015 in Deutschland auf 13 Milliarden Euro ansteigen wird. Nach anfänglicher Zurückhaltung gehen nun also auch hierzulande immer mehr Unternehmen in die Phase der Adaption über. Das neue Servicemodell ist auf der Agenda vieler IT-Verantwortlicher angekommen.

Platz 13 im Bereich e-Governement Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe, Salesforce.com Deutschland, kommentiert den 6. Nationalen IT-Gipfel 2011 in München. "Trotz großem Enthusiasmus auf dem nationalen IT-Gipfel muss sich die Webwirtschaft in Deutschland auch 2012 im Weit- und Hochspringen üben, wenn sie im internationalen Vergleich an die Spitze kommen möchte. Deutschland ist EU-weit nur auf Platz sechs im ITK-Ranking und Platz 13 im Bereich e-Governement."

Der Geist des Outsourcing Das IT-Betriebsmodell Cloud Computing stiehlt dem Outsourcing die Show. Kosten-Nutzen-Analysen zeigen, dass das Ende der 90er Jahre etablierte ASP-Prinzip "Do what you can do best – outsource the rest" – also, die Prozesskomplexität zugunsten des Kerngeschäfts zu reduzieren – vorsichtig formuliert nicht unbedingt des Pudels Kern war.

So sichern Sie Ihre Daten in der Cloud Cloud Computing ist aus vielen Gründen attraktiv: signifikante Kostenreduzierung durch weniger Wartungsaufwand, mehr Flexibilität und höhere Datenspeicherkapazitäten. Thorsten Krüger ist Regional Director Sales Deutschland und Österreich bei SafeNet, gibt Empfehlungen, wie man die Daten beim Cloud Computing am besten sichert.

Vorsicht beim Einsatz von Cloud Storage Mit zunehmender Beliebtheit von Cloud-Storage bieten auch immer mehr ausländische Anbieter ihre Leistungen auf dem deutschen Markt an. Wie die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder kürzlich betont haben, ergeben sich für deutsche Unternehmen jedoch beispielsweise bei der Nutzung US-amerikanischer Cloud Computing-Services teilweise erhebliche rechtliche Probleme.

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Was darf, kann und soll in die Cloud? Warum hat Microsoft Skype gekauft?