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Performance-Probleme beim Cloud Computing


Chris James, Virtual Instruments: "Private Clouds sind nur so gut wie ihre Architektur"
Cloud-Hosting-Unternehmen bieten oftmals nur eine SLA für die Verfügbarkeit von Applikationen an und keine SLA für die Performance

Chris James, Virtual Instruments:
Chris James, Virtual Instruments: "Fragen Sie sich, warum Sie auf die Private Cloud setzen und welches die vermeintlichen Vorteile sind", Bild: Virtual Instruments

(04.12.12) - Viele Unternehmen migrieren Anwendungen in die Private Cloud. Mit dem Private Cloud-Ansatz können diese Unternehmen einige Vorteile des Cloud Computing in ihrem eigenen Rechenzentrum realisieren. Die IT-Administratoren sind jedoch völlig überrascht, wenn sie erkennen müssen, dass sie auch in ihrer eigenen IT-Infrastruktur mit Performance-Problemen zu kämpfen haben. Chris James, Director of EMEA Marketing bei Virtual Instruments, erklärt die Gründe von Performance-Problemen in der Cloud und wie man ihnen zu Leibe rücken kann.

Sehr oft klagen Unternehmen darüber, dass die Einführung von Cloud-basierten Applikationen Performance-Probleme verursacht. Können Sie uns die Gründe dafür nennen?

Chris James:
Hier heißt das Hauptproblem "Kontrolle". Wenn Sie ein kleines Unternehmen sind und wenig Angestellte haben, macht beispielsweise ein Managed Desktop Service viel Sinn. Sie haben nämlich weder die Zeit noch die Ressourcen die Desktops selbst zu managen. Wenn Sie jedoch eine große Organisation sind, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Outsourcing - ein anderes Wort für die Cloud - bedeutet, dass Sie die Kontrolle verlieren. Die meisten Cloud-Hosting-Unternehmen bieten nur eine Service Level Agreement (SLA) für die Verfügbarkeit von Applikationen an und keine SLA für die Performance. Dabei benötigen Sie gerade die Kombinationen von beiden.
Die meisten großen Unternehmen lagern daher ihre kritischen Applikationen nicht aus, sie virtualisieren sie sogar noch nicht einmal, es sei denn, sie besitzen eine End-zu-End-Sichtbarkeit ihres Rechenzentrums.

Viele Unternehmen migrieren Anwendungen in die Private Cloud. Mit dem Private Cloud Computing-Ansatz können diese Unternehmen einige Vorteile des Cloud Computing in ihrem eigenen Rechenzentrum realisieren. Die IT-Administratoren sind jedoch völlig überrascht, wenn sie erkennen müssen, dass sie auch in ihrer eigenen IT-Infrastruktur mit Performance-Problemen zu kämpfen haben. Können Sie uns die Gründe nennen und sagen, wie man das Problem in den Griff bekommen kann?

James:
Diese Probleme werden von einem Mangel an Transparenz bei der Verwendung eines jeden IT-Bausteins der IT-Infrastruktur verursacht. Sie müssen sich vergegenwärtigen, dass alle virtuellen System immer noch auf einer physikalischen Infrastruktur liegen. Wenn 95 Prozent des Datenverkehrs über zwei Switch-Ports laufen und der Rest der Switches mit weniger als 5 Prozent ausgelastet ist, dann spielt es keine Rolle, wieviel IT Sie virtualisieren. Sie laufen automatisch in Performance-Probleme.
Es ist wichtig, die IT-Infrastruktur als eine Einheit zu sehen und nicht jedes IT-Produkt als ein Einzel-Element zu betrachten, wenn Sie effizient sein wollen. Die meisten Organisationen denken aber immer noch auf Server-, Switch-, Fabric- oder Storage-Ebene.

Unternehmen verwenden häufig Performance-Werkzeuge. Viele dieser Werkzeuge sind aber nicht geeignet, Performance-Probleme zu lösen. Können Sie erklären warum?

James:
Viele Performance-Tools werden mit der entsprechenden Hardware geliefert. Sie können messen, was in ihrer Umgebung stattfindet - aber hauptsächlich eben nur in ihrer Umgebung. Wenn Sie ihre Server virtualisieren und die Performance-Tools nutzen, die Ihnen vom Hersteller zur Verfügung gestellt werden, können Sie sehen, was auf den virtuellen und physikalischen Servern abläuft; vielleicht sehen Sie auch noch, was auf den Switch-Ports passiert. Aber sicherlich sehen Sie nicht, wie sich die Applikation verhält und Ihre Storage-LUNs beschaffen sind.
Performance-Werkzeuge auf Einzelproduktbasis neigen dazu, im Laufe der Zeit ihre Resultate einem Mittelwert (um gewöhnlich ein paar Minuten) anzupassen. Wenn Sie also einen diskontinuierlichen Fehler haben, der nur zeitweilig auftritt, werden Ihnen diese Tools nicht weiterhelfen.
Daten erzeugen in der Infrastruktur eine Zeilenrate (gewöhnlich ein paar Millisekunden). Wenn Sie also die Performance einer Applikationen analysieren wollen, müssen Sie das Monitoring auf Basis dieser Zeilenrate betreiben und dürfen nicht einen Durchschnittswert heranziehen.

Können Sie uns die Schlüsselmerkmale für das Performance Management von Private Clouds nennen?

James:
Stellen Sie sicher, dass Sie jedes System innerhalb der Datenzentrums-Infrastruktur, wo sich die Private Cloud befindet, sehen können - dies von einem einzelnen Punkt aus und in Echtzeit. Private Clouds sind nur so gut wie ihre Architektur. Sie müssen daher sicherstellen können, dass Sie in Ihrem Gesamtsystem keine Flaschenhälse haben. Sorgen Sie dafür, dass die Applikation für eine Private Cloud-Infrastruktur entwickelt wurde oder die Infrastruktur auf Applikationen, die in einer Private Cloud laufen, angepasst wurde.
Eines der Hauptmerkmale einer Private Cloud muss das kosteneffiziente Management der Anwendungen sein, das Sie wiederum nur durch ein gut überwachte Umgebung erhalten. Die Kosteneffizienz kann sehr leicht verloren gehen, wenn Sie den "alten" Weg beschreiten, um die Performance sicherzustellen - nämlich wenn Sie eine Überdimensionierung der IT-Kapazität vornehmen.

Was sind die Schlüsselmerkmale eines erfolgreichen Private Cloud-Einsatzes?

James:
Verwenden Sie die richtigen Tools für den Job. Fragen Sie sich, warum Sie auf die Private Cloud setzen und welches die vermeintlichen Vorteile sind. Hinterfragen Sie, ob Ihre eigene IT-Infrastruktur und Ihre IT-Abteilung überhaupt dafür bereit sind, die neu entdeckten Freiheiten zu verwerten. Wenn in richtiger Art und Weise mit der verfügbare Kapazität innerhalb der physikalischen Infrastruktur umgegangen wird, können riesige Einsparungen erzielt werden. Dazu müssen sie aber die alten Pfade verlassen und nicht die Probleme so lösen, wie Sie sie früher gelöst haben - eben durch eine Überdimensionierung der IT-Kapazität.

Unternehmen wollen Risiken ausschalten, wenn Mission-critical-Anwendungen in eine Private Cloud Umgebung migriert werden. Auf welche weise Virtual Instruments diese Unternehmen unterstützen?

James:
Virtual Instruments versetzt IT-Organisationen in die Lage, die physikalische, virtuelle und Cloud Computing-Infrastruktur zu sehen. Dies ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Migration von Business-kritischen Applikation in die Private Cloud. IT-Organsiation können das Ausgangsniveau ihrer Applikations-Performance vor der Migration bestimmen, die Daten ohne Risiko von Performance-Problemen bewegen, die neue Infrastruktur so optimieren, das eine Applikations-Performance auf Millisekundenniveau erzielt und dabei die bestehende Kapazität der IT-Infrastruktur komplett ausgenutzt wird.

IT-Organisation können mit unseren Lösungen alle Elemente einer IT von einem einzigen Punkt aus sehen, und zwar herstellerunabhängig und in Echtzeit (Zeilengeschwindigkeit) ohne die Verwendung von Agenten. Auf diese Weise können Unternehmen die neuen kosteneffizienten Cloud Computing-Technologien nutzen, dies mit der Gewissheit, dass sie eine bessere, schnellere, robustere und preiswertere IT-Infrastruktur geschaffen haben.

Chris James
Chris James bekleidet bei Virtual Instruments, dem Marktführer in Infrastructure Performance Mangement (IPM) für reale, virtuelle und Cloud Computing-Umgebungen, die Position des Director of EMEA Marketing und verantwortet alle Aspekte Virtual Instruments Marketing für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika.
Durch seine mehr als 25 Jahre EMEA Marketing-Erfahrung in der IT-Branche verfügt er über weitreichende Kenntnisse in den Bereichen Software, Services, Consulting und Hardware. Vor seinem Eintritt bei Virtual Instruments im April 2011 war er Director bei Chris James
Associates und unterstützte in dieser Position einige der sich am schnellsten weiterentwickelnden Unternehmen der IT-Branche vor ihrem Börsengang beziehungsweise vor einer Übernahme. Dieser Kundenkreis schließt 3PAR und DataDomain sowie einige erfolgreiche Reseller wie zum Beispiel Alpha Systems, Coolsprit und NexStor ein. Auch führte der zweifache Familienvater bahnbrechenden neuen Geschäftsbereichen (Quantums StorNext-Produkte und Virtual Instruments) zum Erfolg.Chris James hatte in seiner Laufbahn auch Marketing Positionen bei Overland, Fujitsu, Amdahl und CSC inne.
(Virtual Instruments: ra)

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