- Anzeige -


Sie sind hier: Startseite » Markt » Tipps und Hinweise

Angst vor einem "Lock-in"


Container und Cloud: Wie sich "Lock-in-Effekte" vermeiden lassen
Container sollen "Lock-ins" vermeiden – aber können sie das?

- Anzeigen -





Von Patrick Callaghan ist Solutions Architect bei DataStax

Die Wahl der richtigen Plattform für Unternehmensapplikationen mag auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, dabei hat sie immensen Einfluss auf alle folgenden Entscheidungen im Hinblick auf die Entwicklungsumgebung. Denn fällt die Wahl auf den falschen Cloud Computing-Anbieter, das falsche Betriebssystem oder die falsche Programmiersprache kann das im Nachhinein bei Mitarbeitern zu Unzufriedenheit und Zähneknirschen führen und durch erhöhten Personalaufwand richtig teuer werden.

Um das zu vermeiden, geht der Trend in Entwicklungsteams immer mehr zu (Software-)Containern und Microservices. Indem sie Fremdmaterial entfernen und die Größe der Images auf das erforderliche Maß reduzieren, erleichtern es Container, Software zielgerichtet einzusetzen. Und diese Konzentration auf das Wesentliche steigert die Produktivität von Entwicklern enorm. Eine Umfrage von 451 Research hat das jüngst noch einmal eindrucksvoll belegt: Rund 57 Prozent der befragten Unternehmen nannten die Produktivität der Entwickler als einen entscheidenden Grund für ihren Wechsel zu Containern.

Container sind ideal für den Einsatz von Microservices. Diese zerlegen Anwendungen in kleinere Komponenten, die alle ihre eigene Rolle innerhalb der Applikation einnehmen. Die Aufteilung in kleinere Bausteine macht die Anwendungen deutlich skalierbarer – nach oben oder nach unten. Somit ist die Kombination aus Containern und Microservices vor allem unerlässlich, wenn Unternehmen extrem schnell auf Nachfragespitzen reagieren wollen – um so die Erwartungen der Kunden an Services in Echtzeit zu erfüllen.

Cloud-Strategie mit Containern
Neben diesem Trend im Development verändert sich auch die Rolle der Infrastruktur. Denn um mit dem steigenden Nachfrageniveau auch IT-seitig mitzuhalten, setzen immer mehr Unternehmen auf Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategien. Das bestätigen auch Studien: Gartner schätzte, dass bis 2019 rund 70 Prozent aller Unternehmen auf Multi-Cloud-Strategien umsteigen – im Vergleich dazu lag dieser Anteil im Jahr 2016 bei lediglich 10 Prozent. Das Marktforschungsinstitut Forrester Consulting stellte für das vergangene Jahr einen ähnlichen Trend fest, nämlich, dass 2018 bereits rund 60 Prozent der Unternehmen die Public Cloud für Produktionsanwendungen nutzten – wobei als Hauptgründe der Studie zufolge die positiven Auswirkungen auf die Geschäftsleistung und die betriebliche Effizienz genannt wurden. Den schnellen Wandel treiben nicht zuletzt die Entwickler voran, wünschen sie sich doch mehr Flexibilität bei der Ausführung und Bereitstellung von Anwendungen.

Ein weiterer Grund für den Wechsel auf Hybrid- oder Multi-Cloud-Umgebungen ist die Angst vor einem "Lock-in". Denn auch wenn die Services aus der Public Cloud eine enorme Rechen- oder Speicherverfügbarkeit aufweisen, ist es riskant, alles auf eine Karte zu setzen. Nutzt man beispielsweise einen speziellen Service eines Anbieters umfänglich, muss man sich der negativen Folgen im Klaren sein, die eine Änderung oder gar der Wegfall dieses Angebots mit sich bringen. Ein schneller Umzug des gesamten Datenbestands ist so kaum möglich. Die Folge: Der Kunde ist eingeschlossen.

Container sollen diesen "Lock-in-Effekt" vermeiden: Reduziert auf die wesentlichen Elemente und unabhängig von der zugrunde liegenden Hardware und Plattform kann ein Container-Image prinzipiell auf jedem Cloud-Service ausgeführt werden. Dies war auch einer der Gründe für das Wachstum von Kubernetes, der Management- und Orchestrierungsplattform für Container auf Open-Source-Basis. Da Kubernetes die Bedienung und Verwaltung nach und nach vereinfacht hat, lassen sich Container heute effizient und skalierbar betreiben. Noch wichtiger ist, dass mehrere Public Clouds Kubernetes unterstützen und auch Managed Kubernetes Services anbieten. Das erleichtert den Umzug, wenn ein Plattformwechsel ansteht.

Der "Lock-in" droht weiterhin
Allein mit Containern entkommt der Nutzer dem "Lock-in" allerdings nicht. Denn Container sind in der Regel "stateless", sie werden nicht zur Speicherung oder Analyse von Daten verwendet. Sind Anwendungen in Betrieb, generieren diese im Laufe der Zeit aber Daten, die gespeichert und verwaltet werden müssen.

Um mit den Anwendungen autonom zu bleiben, müssen Container und Daten gemeinsam betrachtet werden. Denn sind beispielsweise die Container portabel, die Daten aber nicht, läuft die Anwendung nur bei einem Anbieter. Um diese Abhängigkeiten zu vermeiden, ist es daher wichtig, sich genau anzusehen, welche Anforderungen an Datenmanagement, -speicherung und -analyse gestellt werden. Werden die Daten aus der Anwendung analysiert und wenn ja, in welchem zeitlichen Abstand zur Generierung der Daten? Geht es darum, Trends über einen Zeitraum zu betrachten oder muss man zeitnah analytische Entscheidungen treffen? Für die meisten Anwendungen gilt Zweiteres. Gerade für E-Commerce- und Handelsunternehmen müssen Schritte wie Personalisierung oder Produktempfehlungen so zeitnah wie möglich nach einer Kundenaktion erfolgen, um eine Erfolgschance zu haben.

Die Datenanalyse wiederum kann auf verschiedenen Arten der Datenspeicherung basieren. Relationale, NoSQL- und Graph-Datenbanken setzen alle auf unterschiedliche Methoden, um die wichtigen Informationen aus den Datenmassen herauszufiltern, die von Anwendungen generiert werden. Bei all diesen verfügbaren Möglichkeiten lohnt es sich, vorab zu prüfen, ob und wie die unterschiedlichen Datenbanken und -modelle neben containerbasierten Anwendungen integriert werden oder als eigenständige Container fungieren können.

Natürlich bieten Public-Cloud-Dienste spezifische Funktionen für die Datenspeicherung oder -analyse. Werden diese genutzt, begibt man sich für diese Zeit in Abhängigkeit, unabhängig davon, ob Container im Einsatz sind oder nicht. Dieser "Lock-in-Effekt" ließe sich mit einem Data Layer umgehen, der über mehrere Standorte und Cloud-Anbieter hinweg funktioniert – so wie es Container tun. Ein solcher, von der Cloud unabhängiger Ansatz ermöglicht es Unternehmen, bei Bedarf zwischen den eigenen Rechenzentren und einem Public-Cloud-Anbieter zu wechseln oder verschiedene Public-Cloud-Services gleichzeitig zu nutzen.

Unabhängig mit Containern und der richtigen Datenstrategie
Container bieten eine gute Möglichkeit, skalierbare Anwendungen bereitzustellen, die schneller und effizienter auf die Benutzeranforderungen reagieren können als herkömmliche Infrastrukturen. Sie allein verhindern allerdings noch keinen "Lock-in". Dafür ist es vielmehr erforderlich, auch die Anforderungen der Anwendung an Datenmanagement, -analyse und Storage-Umgebung zu prüfen.

Denn wirklich autonom ist ein Unternehmen nur mit einer möglichst umfassenden und durchdachten Datenstrategie. Durch vorausschauende Planung können Entwickler beeinflussen, wie gut ihr Unternehmen neue Cloud-Strategien umsetzt, um Datenautonomie zu gewährleisten und "Lock-ins" zu vermeiden. Ein positiver Nebeneffekt: Die Bedürfnisse der sogenannten "Right Now Economy" erfüllen sie so gleich mit. (DataStax: ra)

eingetragen: 15.03.19
Newsletterlauf: 25.03.19

DataStax: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser Compliance-Newsletter
Ihr Compliance-Magazin.de-Newsletter hier >>>>>>



Meldungen: Tipps und Hinweise

  • DSGVO: Fünf Tipps für klare Sicht in der Cloud

    Die Nutzung von Cloud-Services ist für viele Unternehmen eine betriebliche Notwendigkeit geworden. Werden personenbezogene Daten in die Cloud ausgelagert, gelten bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters jedoch besondere Vorgaben durch die DSGVO. Um die Compliance-Vorgaben bestmöglich zu erfüllen, sollten Unternehmen einige wesentliche Punkte beachten. Für Cloud-Services gilt das Modell der Shared Responsibility, das heißt, dass sowohl der Anbieter als auch das nutzende Unternehmen für die Datensicherheit verantwortlich sind. Während der Nutzer dafür zu sorgen hat, dass die Datennutzung in der Cloud sicher ist, hat der Cloud-Anbieter für die Sicherheit der bereitgestellten Infrastruktur zu garantieren. Werden für personenbezogene Daten Cloud-Services genutzt, verlangt die DSGVO von den Nutzern, sich zu vergewissern, dass der Cloud-Anbieter seiner Verantwortung in ausreichendem Maße nachkommt. Unternehmen müssen also sicherstellen, dass das Datenschutzniveau, dass sie ihren Kunden zusichern, auch jenseits ihrer eigenen Infrastruktur in der Cloud aufrechterhalten bleibt.

  • Keine Digitalisierung ohne 5G

    Das Thema 5G beherrscht derzeit beinahe täglich die Nachrichten, besonders seit dem Mobile World Congress (MWC) 2019, der Ende Februar in Barcelona stattfand. So haben Huawei und Samsung auf dem Kongress ihre ersten 5G-fähigen Handy-Modelle vorgestellt. Zudem wurde das Potenzial der neuen Technologie bei einem ersten Videoanruf und einer ersten telemedizinisch betreuten Operation live unter Beweis gestellt. Und auch die Weltpolitik beschäftigt 5G: Die USA und China streiten seit Monaten wirtschaftlich wie politisch mit immer härteren Bandagen über die Vorreiterrolle beim Netzausbau. Die deutsche Politik hadert dagegen noch mit sich und ihrer Rolle im internationalen Wettstreit. Und läuft so mehr denn je Gefahr, den technologischen Anschluss zu verpassen.

  • Grundlage für anstehende Pilotzertifizierungen

    Das Ziel des Forschungsprojektes "Auditor" ist, eine EU-weite nachhaltig anwendbare Datenschutzzertifizierung von Cloud-Diensten zu konzeptionieren, exemplarisch umzusetzen und zu erproben. Nun haben die Projektpartner einen wesentlichen Meilenstein erreicht: Mit der Neufassung des Kriterienkatalogs liegt ab jetzt ein Prüfstandard für die Datenschutz-Zertifizierung von Cloud-Diensten gemäß den Anforderungen der EU-Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) vor. Ein Cloud-Anbieter muss in seiner Rolle als Auftragsverarbeiter Vorschriften erfüllen, um seine Datenverarbeitungsvorgänge zertifizieren zu lassen. Durch den "Auditor"-Kriterienkatalog werden die technikneutralen Vorschriften der DSGVO in prüffähige, normative Kriterien übersetzt.

  • Sechs Gründe für Cloud-basiertes Data Warehouse

    Ein Data Warehouse, das Daten aus verschiedenen Quellen zusammenfasst, um sie analysieren und darauf reagieren zu können, ist heute entscheidend für den Geschäftserfolg. Denn es verarbeitet schnell die enormen Datenmengen, die sich heute in Unternehmen ansammeln. Darauf basierend können Führungskräfte zuverlässige datenbasierte Entscheidungen treffen. Allerdings halten es fast zwei Drittel der kürzlich befragten Experten für "schwierig" oder "sehr schwierig", ihre Data Warehouse-Lösung zu verwalten. So entwickeln sich Cloud-basierte Data Warehouses aufgrund der steigenden Komplexität und Menge der Daten zur effizientesten Möglichkeit, diese Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig die zunehmend geforderte Agilität, Sicherheit und Performance zu gewährleisten.

  • Nach Möglichkeit keine Nur-Cloud-Ansätze

    Cloud-Lösungen sind auch im IT-Security-Bereich zunehmend verbreitet. Viele Anbieter verlagern Sicherheitsmechanismen und andere Dienste in ihre Rechenzentren, anstatt diese auf klassische Weise bei den Kunden vor Ort (On-Premises) zu betreiben. Doch ist die Anti-Malware-Lösung aus der Cloud tatsächlich die geeignete Variante für jeden Anwendungsfall? Und wo genau liegen eigentlich die möglichen Vor- und Nachteile des Virenschutzes aus der Wolke?

  • Argumente für Unified Communications

    In der heutigen Arbeitswelt, die von Dienstleistungen und wissensbasierten Tätigkeiten geprägt ist, steigt die Bedeutung von Kommunikation und Zusammenarbeit immer weiter. Gleichzeitig erhöht die Consumerization den Druck auf Organisationen, ihren Mitarbeitern intuitive und einfach zu nutzende Applikation zur Verfügung zu stellen. Schon seit geraumer Zeit überlegen daher viele Unternehmen und IT-Führungskräfte, ihre Kommunikationslösungen zu streamlinen und Video, Telefonie, Chat und das Teilen von Dateien in einem zentralen System zusammenzuführen.

  • Cloud: Effizienter Weg zum E-Government

    Um in Zeiten von "Cloud first"-Strategien und IoT Bürgern bestmöglich behilflich zu sein, müssen sich auch die Behörden selbst neu erfinden - und mit ihnen die IT-Profis, die den digitalen Wandel gestalten und verwalten. Während neue Technologien im Privaten heute so schnell Einzug halten wie noch nie, sind IT-Experten in Behörden vielerorts noch mit Überzeugungsarbeit oder Kinderkrankheiten beschäftigt. Hie und da fehlen schlichtweg die Mittel, woanders ist die digitale Transformation eben noch kein Teil der Unternehmenskultur - beides kann sich negativ auf Effizienz und Sicherheit auswirken.

  • DataOps: Eine willkommene Hilfestellung

    In der heutigen Geschäftslandschaft ist jede Firma mit Wettbewerbsanspruch ein Datenunternehmen. Denn wer dauerhaft erfolgreich bleiben möchte, muss alle verfügbaren Daten strategisch einsetzen. Dabei sollen Firmen aber weiterhin sensible Kundeninformationen konsequent schützen und die Vielzahl neuer und strengerer Datenvorschriften (über)erfüllen. Gleichzeitig benötigen allerdings immer mehr Nutzer und Mitarbeiter Zugang zu immer mehr und umfangreicheren Datensätzen. Mit DataOps können Unternehmen hier die Balance zwischen Sicherheit und Zugänglichkeit finden.

  • AIOps-Ansatz liefert klare Vorteile

    Über Fehler in ihrem IT-Betrieb erfahren Unternehmen heute meist dadurch, dass sich Kunden über Probleme beschweren. Eine Umfrage von AppDynamics hat ergeben, dass 58 Prozent der IT-Teams durch Anrufe oder Kunden-E-Mails über Fehlfunktionen informiert werden. Führungskräfte oder andere Mitarbeiter außerhalb der IT entdecken 55 Prozent der bekannten Probleme. 38 Prozent werden durch User Posts in sozialen Netzwerken aufgedeckt. Natürlich wäre es für alle Beteiligten besser, wenn Unternehmen Fehler finden, bevor sich Kunden beschweren, oder sogar strukturelle Probleme so früh erkennen, dass Fehler gar nicht erst auftreten. Die enorme Komplexität heutiger Systeme und Infrastrukturen erlaubt das, zumindest auf konventionellen Wegen, nicht mehr. In einem vergleichsweise einfachen technischen System, wie einer Dampfmaschine, kann ein guter Maschinist durch regelmäßige Wartung für einen reibungslosen Betrieb sorgen. Er weiß, wo er seine Maschine schmieren muss, welche Belastungen er ihr zumuten kann und wann es Zeit wird, Verschleißteile auszutauschen. In modernen digitalen Systemen können Menschen dieses Verständnis nicht mehr erreichen.

  • Angst vor einem "Lock-in"

    Die Wahl der richtigen Plattform für Unternehmensapplikationen mag auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, dabei hat sie immensen Einfluss auf alle folgenden Entscheidungen im Hinblick auf die Entwicklungsumgebung. Denn fällt die Wahl auf den falschen Cloud Computing-Anbieter, das falsche Betriebssystem oder die falsche Programmiersprache kann das im Nachhinein bei Mitarbeitern zu Unzufriedenheit und Zähneknirschen führen und durch erhöhten Personalaufwand richtig teuer werden. Um das zu vermeiden, geht der Trend in Entwicklungsteams immer mehr zu (Software-)Containern und Microservices. Indem sie Fremdmaterial entfernen und die Größe der Images auf das erforderliche Maß reduzieren, erleichtern es Container, Software zielgerichtet einzusetzen. Und diese Konzentration auf das Wesentliche steigert die Produktivität von Entwicklern enorm. Eine Umfrage von 451 Research hat das jüngst noch einmal eindrucksvoll belegt: Rund 57 Prozent der befragten Unternehmen nannten die Produktivität der Entwickler als einen entscheidenden Grund für ihren Wechsel zu Containern.