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SOA-Manifest verabschiedet


Auf Basis der Erfahrungen aus den letzten Jahren klar zu stellen, welches Ziel mit SOA verbunden wird
SOA-Manifest ein Statement von Experten und nicht um ein Marketing-Instrument von Firmen


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(02.11.09) - In Rotterdam wurde von einem internationalen Gremium aus 17 bekannten und führenden Experten der SOA-Community das SOA-Manifest verabschiedet. Parallel wurde von den deutschen Autoren zum SOA-Manifest (Nicolai M. Josuttis, Dirk Krafzig, Stefan Tilkov) eine deutsche Web-Seite geschaltet. Auf ihr finden sich neben einer deutschen Übersetzung auch eine erste Kommentierung von Josuttis, die die einzelnen Aussagen im Manifest kurz erläutern.

Ziel des Manifests ist es, auf Basis der Erfahrungen aus den letzten Jahren klar zu stellen, welches Ziel mit SOA verbunden wird, und die grundlegenden Elemente (Werte und Prinzipien) einmal zu formulieren. Es handelt sich weder um ein White-Paper noch um eine Liste konkreter Praktiken, die im Rahmen von SOA (Service Oriented Architecture – service-orientierte Architektur) wichtig sind.

Zielgruppe sind alle, die am Thema SOA interessiert sind.

Das Manifest selbst lehnt sich in seinem Format an das agile Manifest an und besteht aus drei Teilen:
In einer Präambel wird zunächst kurz das Ziel von SOA formuliert, das darin besteht, höheren und nachhaltigen Geschäftswert zu liefern.

Im zweiten Teil gibt es sechs Aussagen, die das dazugehörige Wertesystem beschreiben. Die Formulierungen definieren, welche Werte und Ziele im Zweifelsfall im Vordergrund stehen. So wird zum Beispiel festgehalten, dass Flexibilität über Optimierung geht. Nicht dass Optimierung kein Ziel ist, aber im Zweifelsfall ist Flexibilität wichtiger.

Im dritten Teil werden 14 Prinzipien formuliert, die im Rahmen von SOA essentiell sind. Die Bandbreite der Prinzipien reicht von allgemeine Aussagen wie "Respektiere die soziale und die Machtstruktur der Organisation" über Aussagen zu Technologien und Standards wie "Produkte und Standards alleine führen nicht zu SOA" bis hin zu Aussagen zum Service-Design und anderen Grundkonzepten von SOA (ohne diese immer beim Namen zu nennen).

Der Prozess der Erstellung erfolgte im Kern im Rahmen eines drei Tage dauernden Workshops am Rande des SOA- in Rotterdam. Als Vorbereitung kamen und präsentierten die einzelnen Autoren ihre Aussagen zum Wertesystem und Prinzipien. Dies ergab eine initiale Menge von etwa 50 vorgeschlagenen Werte-Aussagen und etwa 90 vorgeschlagene Prinzipien. In einem ausgesprochen intensiven Prozess wurden daraus dann innerhalb von 48 Stunden die sechs essentiellen Werteaussagen und 14 Prinzipien des finalen Manifests. Ein Ergebnis, dass nur durch sehr konstruktive und konkrete
Diskussionen, auf Basis des gemeinsamen Grundverständnisses und Respekts aller Autoren untereinander, möglich war.

Die Autoren umfassen mehr oder weniger alle internationalen Autoren von SOA-Büchern (darunter Thomas Erl, Anne-Tomas Manes (unter anderem Autorin des bekannten Blogs "SOA ist tot! Lang lebe Services!"), David Chappel, Nicolai Josuttis, Dirk Krafzig, Paul Brown). Dabei waren auch weitere Experten aus der SOA-Gemeinde und von verschiedenen Firmen wie Grady Booch (IBM), Clemens Utschig-Utschig (Oracle), Brian Loesgen und John DeVadoss
(Microsoft) und Mark Little (Red Hat).

Es ist den Autoren aber wichtig festzuhalten, dass es sich bei dem Manifest um ein Statement von Einzelpersonen als Experten handelt und nicht um ein Marketing-Instrument von Firmen. (Nicolai M. Josuttis: ra)

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