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Vom Systemverwalter zum Business-Strategen


Die Rolle des IT-Managers im Zeitalter von Cloud Computing
Die Mitarbeiter in der IT – gerade im mittelständischen Unternehmen – verspüren eine gewisse Panik, sie könnten sich durch ein allzu vehementes Plädoyer für die Cloud letztlich selbst überflüssig machen

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(18.11.10) - Die ganze Welt spreche von Cloud Computing – doch gerade mittelständische Firmen hätten immer noch Berührungsängste. Ein Grund: Die IT-Verantwortlichen könnten sich mitunter des Verdachts nicht erwehren, die Cloud würde ihren Job überflüssig machen. Davon könne keine Rede sein.

Bernd Wagner, Senior Vice President Region Germany und Managing Director von Fujitsu Technology Solutions, hat sich mit der sich ändernden Rolle des IT-Verantwortlichen im Zeitalter von Cloud Computing auseinandergesetzt. Wagner erklärt, warum der IT-Chef heute wichtiger ist denn je und warum er lernen muss, seine Rolle neu auszufüllen.

"Ein Gespenst geht um in mittelständischen Unternehmen: Es ist die Angst vor der "Wolke". Das erscheint auf den ersten Blick paradox. Schließlich wird, glaubt man den Marktforschern von IDC, alleine der weltweite Umsatz mit Public Cloud-Angeboten bis zum Jahr 2014 von 16 Milliarden Dollar auf mehr als 55 Milliarden Dollar ansteigen. Gerade mittelständische Unternehmen in Deutschland aber können sich für die Cloud noch nicht so recht erwärmen.

Laut einer Studie der Experton Group beschäftigen sich zwar gegenwärtig 30 Prozent aller Firmen mit Cloud Computing. Doch von diesen sind derzeit gerade 21 Prozent dabei, entsprechende Projekte auch in die Tat umzusetzen. Techconsult kommt im Rahmen seiner Befragung zum Mittelstandsindex August sogar zu dem Ergebnis, dass gerade sieben Prozent der befragten Mittelständler in den nächsten ein bis zwei Jahren planen, Cloud Computing einzuführen.

Ein Grund für diese zögerliche Haltung: Die Mitarbeiter in der IT – gerade im mittelständischen Unternehmen – verspüren eine gewisse Panik, sie könnten sich durch ein allzu vehementes Plädoyer für die Cloud letztlich selbst überflüssig machen. Bezieht ihr Arbeitgeber IT-Services online, so die Argumentation, so benötige er nicht mehr so viele hauseigene IT-Fachleute für Administration, Wartung und Support.

Häufig müssen dann Scheinargumente herhalten, um der Geschäftsführung das Thema Cloud auszureden:
>> Das Unternehmen verliere die Kontrolle über unternehmenskritische Daten, weil diese nun irgendwo im Nebel auf externen Servern oder Storage-Systemen gespeichert würden.
>> Technische Probleme beim Service-Provider könnten Geschäftsprozesse völlig lahmlegen.
>> Das interne IT-Know-how gehe verloren und das Unternehmen werde vom Cloud Computing-Anbieter abhängig.

Doch CIOs und IT-Administratoren, die auf solche Argumente setzen, denken zu kurz. Denn: Die Cloud wird kommen – so oder so. Anstatt also weiterhin stur auf althergebrachte Strukturen und Verantwortlichkeiten zu setzen, wäre es smart, jetzt die eigene Rolle im Unternehmen neu zu definieren – und sich beizeiten im Unternehmen unentbehrlich zu machen. Und zwar nicht als Verwalter von Bits und Bytes, sondern in einer deutlich aufgewerteten Position.

Der IT-Chef von heute wird in Zeiten von Cloud Computing zum Strategen, der nicht nur die Technik, sondern Unternehmensprozesse plant und aufsetzt – und in der Lage sein muss, Management-Entscheidungen zu treffen. Er muss den Bedarf für Cloud erkennen und analysieren, Services aus der Cloud in die Geschäftsprozesse integrieren, muss neue Geschäftsmodelle und Einnahmequellen entwickeln, die auf Cloud-Services aufsetzen. Kurz: Neue berufliche Herausforderungen in der Cloud gibt es genügend.

Gelingt der Rollenwandel jedoch nicht, hat der IT-Verantwortliche tatsächlich ein Problem: Er riskiert, dass irgendwann der mittelständische Unternehmer das Thema Cloud Computing kurzerhand zur Chefsache macht, wenn er nämlich feststellt, dass hier plötzlich weitreichende Strategie- und Finanzentscheidungen anstehen, die er selbst in der Hand behalten will und die er einem reinen Bits-und-Bytes-Manager nicht zutraut.

Den Weg vom System-Verwalter zum Business-Strategen aktiv zu beschreiten, lautet also das Gebot der Stunde. Und mir fällt kein Grund ein, warum IT-Verantwortliche im mittelständischen Unternehmen von heute sich diese Herausforderung nicht zutrauen sollten."
(Fujitsu: ra)

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Meldungen: Kommentare und Meinungen

Die Cloud darf nicht an Grenzen scheitern Der "Big Brother Award 2012" wurde unter anderem auch an das Cloud Computing verliehen. Die Business Software Alliance (BSA) begrüßt grundsätzlich den kritischen Umgang mit neuen Technologien. In diesem Fall aber werden die falschen Schlussfolgerungen aus dem legitimen Interesse der Nutzer gezogen: nicht noch mehr Regulierung ist nötig, sondern Transparenz und Wahlfreiheit.

Naturkatastrophen und internationale Perspektiven Am 11. März 2011 erschütterte das Tohoku Erdbeben mit einer Stärke von 9,0 die Ostküste Japans. Dies führte zu einer zweiten Naturkatastrophe: Eine riesige, 30 Meter hohe Flutwelle zog alles mit sich, als sie an der japanischen Küste aufschlug. Das Meerwasser durchbrach den Schutzwall des Atomkraftwerks Fukushima und löste eine dritte Katastrophe aus: die Kernschmelze im Kraftwerk. Daraufhin sah sich die japanische Regierung gezwungen, eine Sperrzone in einem Radius von 20 Kilometern um das Kraftwerk herum einzurichten.

Cloud Computing und Datenschutz Lebens- und Krankenversicherungen, Ärzte und Rechtsanwälte sollten zukünftig Cloud Computing-Anwendungen nutzen dürfen. Diese Forderung an die Politik stellte Prof. Dr. Peter Bräutigam, Datenschutzexperte und Partner der internationalen Kanzlei Noerr, auf dem "Noerr Outsourcing Day". Der Münchner Rechtsanwalt hält das sogar strafrechtlich verbotene Auslagern von Daten z.B. für Ärzte und Anwälte für nicht mehr zeitgemäß: "Die Cloud ist meist sicherer als die Speicherung von Daten auf lokalen Servern der einzelnen Kundenunternehmen", sagt Bräutigam. "In der öffentlichen Diskussion um Datensicherheit beim Cloud Computing werden häufig tatsächlich nicht vorhandene Gefahren heraufbeschworen."

Mit Cloud-Services profitieren vom wachsende Markt Nach einer aktuellen Studie der Experton-Group im Auftrag des Branchenverbands Bitkom wird der deutsche Markt für Cloud Computing in diesem Jahr die Umsatzgrenze von 5 Milliarden Euro überschreiten und damit um fast 50 Prozent wachsen. Größten Anteil haben dabei die Geschäftskunden: Gut 3 Milliarden Euro geben Unternehmen für Cloud Computing aus, im Vorjahr war es gut eine Milliarde Euro weniger. Der Hauptteil dieser Umsätze entfällt mit 1,4 Milliarden Euro auf Cloud Computing-Services. Bis 2016 soll der Markt auf rund 17 Milliarden Euro expandieren.

SaaS: Chance für Service-Provider dataglobal-COO Stephan Unser beleuchtet das Thema "Archivierung auf SaaS-Basis". Besonders Service Provider und IT-Dienstleister sollen im Jahr 2012 vom Cloud Computing-Service-Trend profitieren.

Rückzug aus dem Cloud Computing eine Illusion? Der Branchenverband Bitkom prognostiziert, dass der Umsatz mit Cloud Computing bis 2015 in Deutschland auf 13 Milliarden Euro ansteigen wird. Nach anfänglicher Zurückhaltung gehen nun also auch hierzulande immer mehr Unternehmen in die Phase der Adaption über. Das neue Servicemodell ist auf der Agenda vieler IT-Verantwortlicher angekommen.

Platz 13 im Bereich e-Governement Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe, Salesforce.com Deutschland, kommentiert den 6. Nationalen IT-Gipfel 2011 in München. "Trotz großem Enthusiasmus auf dem nationalen IT-Gipfel muss sich die Webwirtschaft in Deutschland auch 2012 im Weit- und Hochspringen üben, wenn sie im internationalen Vergleich an die Spitze kommen möchte. Deutschland ist EU-weit nur auf Platz sechs im ITK-Ranking und Platz 13 im Bereich e-Governement."

Der Geist des Outsourcing Das IT-Betriebsmodell Cloud Computing stiehlt dem Outsourcing die Show. Kosten-Nutzen-Analysen zeigen, dass das Ende der 90er Jahre etablierte ASP-Prinzip "Do what you can do best – outsource the rest" – also, die Prozesskomplexität zugunsten des Kerngeschäfts zu reduzieren – vorsichtig formuliert nicht unbedingt des Pudels Kern war.

So sichern Sie Ihre Daten in der Cloud Cloud Computing ist aus vielen Gründen attraktiv: signifikante Kostenreduzierung durch weniger Wartungsaufwand, mehr Flexibilität und höhere Datenspeicherkapazitäten. Thorsten Krüger ist Regional Director Sales Deutschland und Österreich bei SafeNet, gibt Empfehlungen, wie man die Daten beim Cloud Computing am besten sichert.

Vorsicht beim Einsatz von Cloud Storage Mit zunehmender Beliebtheit von Cloud-Storage bieten auch immer mehr ausländische Anbieter ihre Leistungen auf dem deutschen Markt an. Wie die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder kürzlich betont haben, ergeben sich für deutsche Unternehmen jedoch beispielsweise bei der Nutzung US-amerikanischer Cloud Computing-Services teilweise erhebliche rechtliche Probleme.

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Der CIO von morgen: "Cloud Integration Officer" Warum das Cloud Computing-Rad neu erfinden?