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Cloud Services und Auswirkungen auf die IT


Ohne IT Service Management nach ITIL lässt sich der erstrebte Mehrwert von Cloud Computing-Services nicht wirklich ausschöpfen
itSMF-Positionspapier: "Cloud Computing und IT Service Management"


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(17.09.10) - Cloud Computing kommt zunehmend in den Unternehmen an – und wirft Fragen für die IT-Verantwortlichen auf hinsichtlich IT-Strategie, Datenspeicherung oder IT-Betrieb. Das IT Service Management Forum (itSMF) stellt in einem Positionspapier klar, auf was bei diesen Punkten zu achten ist. Mit den Möglichkeiten zur Nutzung skalierbarer Rechnerleistungen, Softwareanwendungen oder Infrastrukturen bietet Cloud Computing viele Vorteile für Unternehmen.

Neben Flexibilität und Kostenvorteilen sind es vor allem die weitreichenden Standardisierungseffekte, die konkrete, überwiegend positive Effekte auf den IT-Betrieb haben. "Diese Potenziale des Cloud Computing wollen immer mehr Unternehmen für sich nutzen. In der Praxis wirft die Nutzung des IT-Betriebskonzepts indes viele Fragen auf, die die IT-Verantwortlichen lösen müssen", sagt Hans-Peter Fröschle, Geschäftsführer des itSMF Deutschland e.V. und einer der Autoren des itSMF-Positionspapiers "Cloud Computing und IT Service Management".

Seiner Beobachtung nach machen sich CIOs vor allem Gedanken darüber, wie sie Cloud Computing-Services in ihre IT- und Service-Strategie integrieren können. Sie sind unsicher bei der gesetzeskonformen Speicherung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Außerdem müssen sie die Kompetenzen und Prozesse des IT-Betriebs anpassen.

Das IT-Management muss Cloud Computing mit der Strategie abgleichen
Die Nutzung von Cloud Services hat demnach Aufwirkungen auf unterschiedliche Ebenen der IT: Spezifische Anforderungen an das IT-Management entstehen vor allem dadurch, dass Cloud Computing-Angebote so konfiguriert sind, dass sie von Endanwendern selbständig und hochgradig automatisiert über das Internet nutzbar sind. Die Fachbereiche in den Unternehmen umgehen die IT-Organisationen bei der Beschaffung und Nutzung der IT-Leistungen über die Cloud.

"Das IT-Management steht vor der Herausforderungen, inwieweit eine derartige Autonomie der Endanwender bei der Nutzung von IT-Ressourcen mit der IT-Strategie und den im Unternehmen vorhanden IT-Ressourcen und -Kompetenzen in Einklang zu bringen ist", so Fröschle. "Außerdem muss es klären, ob es unter diesen Bedingungen die Anforderungen der IT-Governance und der Compliance erfüllen kann."

Lesen Sie zum Thema "Governance und Compliance" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Für die IT-Governance ist mit der Nutzung von Cloud Computing-Services grundsätzlich die Abgabe von Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten verbunden. Je nach Servicemodell und Reichweite der genutzten Cloud-Services ergeben sich Einschränkungen der Kontrollhoheit in punkto Daten, Software, Quellcode und Betriebsverfahren. Diese Einschränkungen, so der Ratschlag des itSMF, sind einer Risikobewertung zu unterziehen und entsprechende Steuerungs- und Kontrollmechanismen in das bestehende IT-Governance-Konzept zu integrieren.

Wo lagern die Daten?
Unternehmen, die Cloud-Services nutzen, sind auch weiterhin verantwortlich für die Einhaltung aller regulatorischen und rechtlichen – einschließlich branchenspezifischer - Rahmenbedingungen. Neben dem Risk Management und der Frage, wie im Cloud Computing-Umfeld vorgeschriebene Nachweise und Audit-Anforderungen erfüllt werden können, erhält der Datenschutz hier einen zentralen Stellenwert.

Dabei wird das Einschalten von Cloud Computing-Dienstleistern häufig als Auftragsdatenverarbeitung gestaltet nach § 11 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). So sieht der Gesetzgeber vor, dass die Auftragsdatenverarbeitung durch den Cloud Computing-Anbieter keine Übermittlung an einen Dritten im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes ist, für die ein Erlaubnistatbestand (Einwilligung oder gesetzliche Norm) erforderlich wäre.

"Dennoch sind verschiedenste Anforderungen zu erfüllen, die beim Bezug von Cloud-Services zu großen praktischen Problemen führen", warnt Fröschle. Denn der Gesetzgeber verlangt, dass der Auftraggeber "Herr der Daten" bleibt. Dies ist daher zunächst nur dann möglich, wenn die Daten innerhalb der EU- beziehungsweise EWR-Staaten bleiben. "Diese Vorschrift des BDSG kann weder durch die Regelungen zum angemessenen Datenschutzniveau noch durch die Safe-Harbour-Regelungen umgangen werden, so dass Unternehmen in Deutschland sehr genau hinsehen müssen, wo der Cloud Computing-Anbieter ihre Daten speichert", sagt Fröschle.

Kein Mehrwert ohne IT Service Management
Für den IT-Betrieb bedeutet die Nutzung von Cloud Computing: Ohne ein IT Service Management nach dem De-facto-Standard ITIL (IT Infrastructure Library) lässt sich der erstrebte Mehrwert von Cloud-Services nicht wirklich ausschöpfen. Das betrifft sowohl den Anwender als auch den Provider. "Die Dokumentation von Rechten und Pflichten beim Provider und Anwender sollte deutlich vereinbart und trennscharf skizziert sein", rät Fröschle. Das setzt voraus, dass der Anbieter von Cloud Computing-Services seine Pflichten beherrscht und gemäß der notwendigen Service Level Agreements (SLAs) liefern kann. Gleichzeitig wird aber vorausgesetzt, dass der Anwender diese Services auch steuern und bewerten kann.

Die Cloud Services müssen nach den Anforderungen der Business-Prozesse gestaltet und in Outsourcing-Verträgen vereinbart sein. Hierzu gehören SLAs, in denen die ITIL-Parameter der Availability, Capacity, Service Continuity, Security, Service Transition, Service Operation und der Serviceverbesserung vereinbart sind. Die Steuerung der in den Verträgen nebst SLAs vereinbarten Service Operation obliegt ebenfalls dieser IT-Abteilung.

Für Anwenderorganisation gilt daher, dass vornehmlich die ITIL-Service- Prozesse aus dem Service Design und der Service Operation wahrzunehmen sind. Vorab bedarf es der strategischen Entscheidungen für die Nutzung von Cloud Services (Architektur-, Outsourcing, und Vergabeentscheidung). Im Rahmen der erstmaligen Integration neuer Cloud Services sind auch Service-Transition-Prozesse relevant – insbesondere Change und Release Management. Nach der Integration treten diese jedoch in den Hintergrund. Und ab und an werden auch beim Anbieter die Prozesse aus dem Bereich des Continual Service Improvement abzurufen sein.

Konferenz zum Thema Cloud, IT Service Management und Software-as-a-Service
Das Positionspapier "Cloud Computing und IT Service Management" wird am 21. September 2010 in Köln im Rahmen der itSMF-Veranstaltung "Cloud Computing und SaaS – Herausforderungen und Handlungsoptionen für das IT Service Management" vorgestellt und mit den Teilnehmern und Referenten diskutieren.

Auf der Tagesveranstaltung geben Anbieter und Anwender Antworten auf die Fragen: Was steckt hinter den Cloud Computing-Betriebskonzepten? Wandeln sich Softwareanbieter zu Infrastruktur- und Applikationsdiensleistern? Welche operativen, wirtschaftlichen und rechtlichen Implikationen ergeben sich für IT-Abteilungen und Anwender? Und welche Unterstützung ist von den etablierten ITSM-Rahmenwerken zu erwarten? (itSMF Deutschland: ra)

itSMF Deutschland: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Schriften

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Bereitstellung von Self-Services Die Ogitix AG hat einen umfangreichen Leitfaden zur schlanken Realisierung von Self-Service-Portalen für IT-Dienste herausgegeben. Hintergrund dieser Praxishilfe ist, dass nach einer kürzlich durchgeführten Studie des Softwarehauses von den Unternehmen zunehmend Self-Service-Portale eingesetzt werden, mittels derer Mitarbeiter an ihrem IT-Arbeitsplatz eigenständig über automatisierte Prozesse IT-Dienste bestellen und zum Einsatz bringen können.

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