Textversion
Markt SaaS Fachbeiträge sonstige Services White Papers Specials Success Stories Schwerpunkte Wer bietet Was? Webinare Literatur Lexikon und Glossar Test-Downloads RSS-Presseschau Schulungen Archiv-Meldungen
Startseite Fachbeiträge Grundlagen

Fachbeiträge


Grundlagen

Marktübersichten Mediadaten Datenschutzerklärung Events / Veranstaltungen Schulungen Stellenanzeigen Wichtiger Hinweis zu Rechtsthemen Geschäftsbedingungen Impressum Links Newsletter RSS: SaaS-Magazin.de-News Feed abonnieren SaaS-Magazin für Mobile Devices Sitemap

Outsourcing-Risiken gezielt steuern


Welche Risiken birgt der Vertragsabschluss für ein IT-Outsourcing? - Management der Vertragsrisiken im IT-Outsourcing
IT-Entscheider und Projektmanager sind daher gut beraten, bei ihren Outsourcing-Vorhaben schon in der Planungsphase Risikomanager hinzuzuziehen


Anzeige
1&1 Webhosting

Von Stefan Wendt, Senior Consultant und Jurist bei der Unternehmensberatung microfin

(17.07.09) - Das Management von Vertragsrisiken gewinnt vor allem in der Finanz- und Wirtschaftskrise erheblich an Bedeutung: Es gehört zu den ständigen Aufgaben der Unternehmensleitung, auch solche Risiken zu erkennen und die notwendigen Kontroll- und Überwachungssysteme einzuführen. So können Unternehmen ihre Bonität verbessern und das Vertrauen von Share- und Stakeholdern sichern. Doch viele Unternehmen haben Lücken im Risikomanagement und verkennen den Handlungsbedarf.

Dabei stehen vor allem Risiken aus IT-Outsourcing-Verträgen im Mittelpunkt. Während sich die Entscheider stark auf den Business Case und die Einsparpotenziale fokussieren und nach Wegen suchen ihre Kosten zu senken, geraten für das auslagernde Unternehmen andere zentrale Fragestellungen schnell in den Hintergrund: Welche Risiken birgt der Vertragsabschluss für ein IT-Outsourcing? Und wie lassen sich solche Risiken in den Griff bekommen?

Häufig können Unternehmen nicht realistisch einschätzen, mit welchen Qualitätseinbußen sie bei schlechten Leistungen ihrer Service-Provider oder anderer Partner rechnen müssen. Zudem fehlt es immer wieder an systematisch organisiertem Wissen, welche Verträge sich beispielsweise stillschweigend verlängern und welche Kosten damit auf das Unternehmen zukommen. Nur wenige Unternehmen haben sich zudem ausreichend gegen mögliche Ausfälle und Abhängigkeiten von Lieferanten und Dienstleistern abgesichert.

Wer hier den Hebel ansetzt, vervollständigt nicht nur sein unternehmensweites Risikomanagement um eine weitere wichtige Facette, sondern trägt auch zu einer verbesserten Bonitätsbeurteilung durch die Rating-Agenturen bei. Das Vertrauen in das Unternehmen wird gestärkt, Abhängigkeiten werden transparent – und die Kontrollmechanismen können von externer Seite auf den Prüfstand gestellt werden. Deshalb schreiben beispielsweise die Eigenkapitalvorschriften aus Basel II den Banken und Finanzdienstleistern schon seit Jahren vor, neben dem Management operationeller Risiken auch die vertragsrechtlichen Risiken auf den Radar zu nehmen. Schließlich ist das IT-Outsourcing nicht nur mit "klassischen" Ausfallrisiken operationeller Art, sondern eben auch mit vielfältigen vertraglichen Risiken behaftet. Die seit Jahresbeginn für die Versicherungswirtschaft geltenden MaRiskVA knüpfen dort ebenfalls an.

IT-Entscheider und Projektmanager sind daher gut beraten, bei ihren Outsourcing-Vorhaben schon in der Planungsphase Risikomanager hinzuzuziehen, welche die mit den Providern abzuschließenden Verträge einer umfassenden Analyse unterziehen. Die Praxis zeigt, dass in den vertragsrechtlichen Teilprojekten zunehmend entsprechende Arbeitspakete geschnürt werden – also zu einem Zeitpunkt, in dem noch kein einziger IT-Service ausgelagert ist. Der Vorteil eines solchen Vorgehens liegt klar auf der Hand: Wenn das auslagernde Unternehmen in der Vergabephase die Verträge mit dem Provider nach seinen eigenen Entwürfen aushandelt, kann es den identifizierten Vertragsrisiken mit geeigneten Vereinbarungen entgegenwirken.

Inhaltliche Analyse der Risiken – über den gesamten Lifecycle hinweg
Doch wie an das Vertragsrisikomanagement im IT-Outsourcing herangehen? Zunächst ist zwischen einer zeitlichen und einer inhaltlichen Dimension potenzieller Vertragsrisiken zu entscheiden. Die Risikoanalyse muss den gesamten "Lifecyle" eines Vertrages umfassen, also von der Verhandlung (einschließlich eines möglichen Scheiterns des Vertragsschlusses) über die eigentliche Laufzeit bis gegebenenfalls über sein Ende hinaus.

Aus inhaltlicher Sicht dreht sich die Risikobetrachtung vor allem um gesetzliche, qualitative, finanzielle und strategische Aspekte. Insbesondere regulierte Branchen wie Banken und Versicherungen müssen beim Outsourcing die für sie geltenden aufsichtsrechtlichen Auflagen in den Verträgen mit den Providern abbilden – so hat es der Gesetzgeber vorgeschrieben. Dazu gehört etwa die vertragliche Zusicherung von Prüfungs- und Zutrittsrechten für in- und externe Revisionen sowie die Aufsichtsbehörden selbst. Zudem verlangt die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk vom 1. November 2007) die Durchführung und Dokumentation einer Risikoanalyse. Der von den Aufsichtsbehörden geforderten Kontrolle und Steuerung des Providers trägt etwa die Vereinbarung einer ausgeklügelten Governance-Struktur Rechnung, die vom operativen IT-Betrieb bis zur Unternehmensleitung reichen sollte.

Um drohenden Qualitätsverlusten und Leistungseinbußen bei den ausgelagerten IT-Services entgegenzuwirken, sollten die Auftraggeber ein besonderes Augenmerk auf Vollständigkeit und Verständlichkeit der einzelnen Leistungsbeschreibungen in den Verträgen legen. Vertraglich verabredete Service-Level-Reportings, die die Berichtsparameter sowie die Messintervalle und Zeiträume detailliert regeln, können bezogen auf die Vertragslaufzeit eine gute Aussage über die tatsächlich gelieferte Service-Qualität bieten und im Ernstfall frühzeitig sich abzeichnende Total-Ausfälle anzeigen.

Geht es um finanzielle Vertragsrisiken, sind versteckte Kostentreiber ein wichtiges Thema: Stellt sich der wirtschaftliche Erfolg des Outsourcings während der Vertragslaufzeit ein, wie es der Business Case vor der Vergabeentscheidung versprochen hat? Oder führen lückenhafte Leistungsbeschreibungen zu Sonderbeauftragungen des Providers? Und kommt es zu Nachbelastungen in Folge korrigierter Mengenangaben und Asset-Bestandsverzeichnissen? Gibt es Verträge, die sich stillschweigend verlängern – möglicherweise zu ungünstigen Konditionen? Auslagernde Unternehmen sind gut beraten, die Kostensituation lückenlos im Blick zu behalten, um gegebenenfalls korrigierend eingreifen zu können.

Schließlich ist aus strategischer Sicht das Risiko der Abhängigkeit vom Provider zu bewerten. Der Outsourcing-Vertrag sollte daher dem Provider beispielsweise auferlegen, den ausgelagerten IT-Betrieb in einem Betriebs- oder Prozessführungshandbuch ausreichend und plausibel zu dokumentieren – und vor allem in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren. Nur dann kann etwaigen Know-how-Verlusten für die Zeit nach Vertragsende wirksam begegnet werden.

Grundsätzliche Handlungsfelder der Vorsorge im Vertragsrisikomanagement beim IT-Outsourcing sind:
>> Risikoreduzierung
durch qualitative Maßnahmen wie beispielsweise durch Standardisierung bzw. Automatisierung der Vertragsmanagement-Prozesse (eigene IT-Outsourcing-Vertragsmuster entwickeln), Schulung der im Vertragsmanagement befassten Mitarbeiter im IT-Recht, Richtlinien und Kontrollen
>> Risikovermeidung durch Strukturmanagement wie beispielsweise Reorganisation der Aufbau- und Ablauforganisation im Vertragsmanagement (in das Service- und Providermanagement integrieren)
>> Risikotransfer durch "Absicherungsmanagement" wie beispielsweise Vereinbarung von Patronatserklärungen möglicher Konzerngesellschaften des Providers

Vor diesem Hintergrund sind die IT-Outsourcing-Verträge auf den Prüfstand zu stellen. Vertragsrisikomanagement bringt auslagernden Unternehmen im IT-Outsourcing dann klare Vorteile: Typische Vertragsrisiken werden systematisch identifiziert und bewertet, wesentliche Risikotreiber sind in jeder Vertragsphase transparent und können gezielt gesteuert werden. Durch Reduzierung, Vermeidung und Transfer der Vertragsrisiken werden unternehmerische Vorsorgepflichten erfüllt, versteckte Qualitätseinbußen, Kostentreiber und Vertragsfallen werden eliminiert. Insgesamt wird das unternehmensweite Risikomanagement vervollständigt und hilft so Bonität und Rating zu verbessern. Das Vertragsrisikomanagement leistet somit auch einen validen Beitrag Wertsteigerung des IT-Outsourcings.

Fünf Tipps zum Management von Risiken aus IT-Outsourcing-Verträgen

(microfin: ra)

Autoreninfo

(*) Der Autor Stefan Wendt ist Senior Consultant und Jurist bei der auf Outsourcing und Banking Operations spezialisierten Unternehmensberatung microfin. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Projektleiter in IT-Outsourcing- und Legal-Management-Projekten.

microfin Unternehmensberatung: Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Anzeigen


Meldungen: Grundlagen

Cloud Computing sollte Teil der IT-Strategie sein Seit Monaten dominiert das Thema "Cloud Computing" die IT-Medien. Handelt es sich dabei nur um einen Hype oder um einen Paradigmen-Wechsel in der IT? In aktuellen Umfragen räumen CIOs dem Cloud Computing keine große Zukunft ein. Zu groß seien die Risiken, zu klein der Nutzen. In der Tat sind die Gefahren von Cloud Computing nicht zu unterschätzen, vor allem durch Ignoranz seitens der CIOs - und gerade deshalb sollte das Thema Cloud Computing Teil der IT-Strategie sein.

Mittelstands-IT auf Crashkurs Für den Mittelstand droht 2010 ein hartes Wettbewerbsjahr zu werden. Schmerzhafte Einschnitte bei den internen Kosten sind unvermeidbar. Auf dem Prüfstand stehen dabei auch Leistungen, Ausgaben und Ausstattung von IT-Abteilungen. Zugleich wachsen die Anforderungen an die CIOs aus dem eigenen Management wie durch den Gesetzgeber. Mit unbewältigten Altlasten im Kreuz rollt auf die IT-Landschaften im Mittelstand eine Welle zu, der viele schutzlos ausgeliefert sein werden.

Sicherheit und Cloud Computing Gerade für CxOs erscheint Cloud Computing attraktiv, da es Möglichkeiten bietet kostengünstig die Anforderungen an die IT zu erfüllen. Diese Möglichkeiten eröffnen sich hier, weil die IT Anforderungen von der IT Infrastruktur entkoppelt werden. Diese Entkopplung ermöglicht zudem eine Flexibilisierung, da genau die IT Ressourcen, die benötigt werden, angefordert werden können. Weiter können Geschäftsprozesse auch schneller IT basiert eingeführt werden, da IT Ressourcen nicht erst beschafft werden müssen, sondern über das Cloud Computing bereits zur Verfügung stehen. Durch Service-basierte Abrechnungsmodelle ergeben sich zusätzlich Potentiale zur Reduktion der Kosten.

Datenschutz und Outsourcing Datenverarbeitungverträge müssen bestimmte Mindestregelungen beinhalten, so will es das neue Bundesdatenschutzgesetz. So müssen zum Bespiel Klauseln aufgenommen werden über die Benachrichtigung bei Datenschutzverstößen, Prüfrechte, die Einschaltung von Unterauftragnehmern sowie eine Reihe weiterer Punkte. Betroffen sind zum Beispiel Verträge über die Auslagerung der Lohnbuchhaltung und Gehaltsabrechnung oder Verträge mit Unternehmen, die Personalinformationsssyteme anbieten, auch wenn es sich nur um Tochtergesellschaften oder die Konzernmutter handelt.

Ethernet erobert Weitverkehrsnetze Immer mehr Unternehmen weisen heute eine verzweigte Organisationsstruktur mit geographisch weit voneinander entfernten Standorten auf. Zudem lassen vielversprechende neue Technologien wie Unified Communications und Disaster Recovery die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen an Datennetzwerke wachsen. Vor allem eine Netzwerktechnologie hat das Potenzial, diesen Entwicklungen gerecht zu werden: der einfache, ursprünglich für lokale Netze entwickelte Ethernet-Standard, der als "Carrier Ethernet" WAN-tauglich gemacht wurde.

Rechnungslogistik als SaaS-Variante On demand-Services sind beliebt, und das schon lange. Nun erkennen Unternehmen zunehmend auch die Software-as-a-Service (SaaS)-Eignung für Anwendungen der Finanzbuchhaltung und des Rechnungswesen, denn Realität ist: die Kosten für eine intern verarbeitete Rechnung sind hoch; höher als so mancher denken mag.

Cloud Computing verändert Charakter der IT Mit Cloud Computing können Unternehmen IT-Leistungen ohne Bereitstellung eigener Ressourcen nutzen. Allerdings ist es nicht trivial, vorhandene Enterprise-Applikationen via Internet anzubieten. Neue Lösungen wie die Cloud Services von Micro Focus erlauben es, Applikationen ohne Code-Änderung ins Cloud Computing zu übertragen.

Standardvertragsklauseln und Auftragsverarbeiter Am 5. Februar 2010 hat die EU-Kommission eine neue Fassung der "Standardvertragsklauseln für die Übermittlung personenbezogener Daten an Auftragsverarbeiter in Drittländern" beschlossen. Standardvertragsklauseln sind ein häufig genutztes Instrument, um datenschutzrechtliche Anforderungen umzusetzen, wenn personenbezogene Daten in einem Land außerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) genutzt oder verarbeitet werden. Am 15. Mai 2010 treten die bisher gültigen Standardklauseln außer Kraft.

Projekt- und Portfolio-Management auf Abruf In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sind Führungskräfte angehalten, einen schnellen Return on Investment (ROI) aus den IT-Investitionen oder Entwicklungsprojekten zu erzielen. Als Steuerungs-Tool eignen sich hierzu insbesondere Lösungen für das Projekt- und Portfolio-Management (PPM). Der Betrieb nach dem Software-as-a-Service (SaaS)-Modell erlaubt den flexiblen, Budget-schonenden Einstieg.

Drei Faktoren machen IT-Outsourcing erfolgreich Es ist einfach: Wenn man (1) in der Vorphase ein IT-Outsourcing Projekt detailliert und unter Einbeziehung aller strategisch relevanten Informationen in einem ganz kleinen (aber hochkarätig) besetzten Kreis vorplant und einen genauen Maßnahmen-/ Zeitplan aufstellt und (2) diesen Maßnahmen-/Zeitplan ungerührt von dem entstehenden internen und externen Erwartungsdruck sukzessive abarbeitet und (3) externe IT-Berater und Rechtsanwälte mit IT-Outsourcing-Erfahrung vom ersten Gedanken an in die Vorplanung eines Outsourcing-Projekts einbindet, dann wird ein IT-Outsourcing-Projekt erfolgreich.

Druckbare Version

SAP und Enterprise SOA: Wo bist du? Strategien für E-Mail-Security