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Lernkurve bezüglich der Cloud-Sicherheit


Wo liegen die Daten wirklich? - Risiken und notwendige Fragen an den Cloud Computing-Anbieter
In der realen Welt sieht man, ob PC oder Laufwerk gestohlen wurden, in der virtuellen Welt gibt es solchen Luxus nicht


Von Adam Bosnian, Vice President of Products, Strategy and Sales bei Cyber-Ark

(01.12.09) - Cloud Computing – Speicherung, Zugriff und Austausch von Unternehmensdaten und -prozessen über das Internet – hat Audit und Risikoprofil der Datensysteme in den meisten Organisationen verändert. Während einerseits aus ökonomischer Sicht die Datenspeicherung in der Cloud sehr attraktiv erscheint, gibt es andererseits eine Reihe von Datensicherheitsaspekten dabei zu bedenken.

Wo beispielsweise liegen meine Daten wirklich? Was passiert, wenn ich sie lösche – sind sie wirklich gelöscht oder gibt es irgendwo ein Backup, von dem ich nichts weiß? All diese Fragen müssen gestellt werden, bevor die tatsächlichen Verhandlungen mit dem Cloud-Provider beginnen.
Wir stehen am Anfang einer steilen Lernkurve bezüglich der Cloud Computing-Sicherheit, viele Organisationen schließen Verträge mit Cloud Computing-Service-Anbietern, ohne die entsprechende Umsicht walten zu lassen.

Es gibt grundsätzlich vier Cloud-Services, die gefragt sind – Applikationen, Datenspeicherung, Infrastruktur und Plattform – und sie sind alle verbunden.

Die meisten Cloud-Services werden auf Basis eines Shared Server angeboten, was bedeutet, dass die IT-Ressourcen auf einem Server von mehreren Organisationen parallel genutzt werden. Einige Firmen schließen Verträge zur Nutzung von non-shared Cloud-Services, die beispielsweise von IBM und Unisys angeboten werden.

Obwohl dies letztlich die externe Speicherung der Unternehmensdaten bedeutet, sind die Einsparmöglichkeiten über die riesigen Datencenter hier dennoch enorm - wenn auch nicht so groß wie bei der Nutzung einer Shared Cloud.

Risiko-Analyse bei der Cloud-Auswahl
Nahezu alle Unternehmens-IT-Systeme sind angelegt, um physikalische Laufwerke zu nutzen, daher bedeutet die Anbindung einer Cloud Computing-Umgebung normalerweise viel Arbeit an der Software- und Integrations-Front.

In der realen Welt sieht man, ob PC oder Laufwerk gestohlen wurden, in der virtuellen Welt gibt es solchen Luxus nicht. Das macht es schwierig, Compliance-Vorgaben zu erfüllen. Auch bei sicheren Cloud-Services ist das Risiko, Daten zu verlieren, höher, als wenn sie intern auf den eigenen Servern liegen.

Um diesen Risiken zu begegnen, ist es notwendig, eine sorgfältig erarbeitete Risiko-Analyse der IT-Systeme und -Ressourcen zu durchlaufen, bevor eine Entscheidung für oder gegen eine Cloud-Technologie oder einen -Service getroffen wird.

Dies sind die vier wichtigsten Stufen der Analyse:
1. ID Management und Access-Control – wer ist autorisiert, wann was zu tun.
2. Regulatorische Anforderungen – Basel II, Sarbanes-Oxley Act (SOX), PCI-DSS, SAS70
3. Prozesse im Umgang mit Daten – wo sind die Unternehmensdaten gespeichert? Und wie ist das organisiert?
4. Personalmanagement – was passiert, wenn jemand das Unternehmen verlässt, neu an Bord kommt oder sich eine Position verändert?

Lesen Sie zum Thema "Compliance" auch: Compliance-Magazin.de (www.compliancemagazin.de)

Während Cloud Computing den Umgang mit Daten signifikant verändert, vorausgesetzt, die eingesetzte IT-Sicherheits-Technologie ist damit kompatibel, ist die Kluft zwischen den Sicherheits-Analysen für Netzwerke und die Cloud weniger groß, als viele Experten behaupten.

Dennoch ist es wichtig, die Notwendigkeit für eine Sicherheitsüberprüfung des Cloud-Anbieters zu sehen, bevor weitere Schritte wie die Erarbeitung von Service-Level-Agreements (SLAs) und anderen Vertragsbestandteilen begonnen werden.

Notwendig ist eine Bewertung der Erwartungen, die an das Outsourcing gestellt werden – aber auch, welche Performance- und Sicherheits-Kriterien der Anbieter erfüllen muss.

Lesen Sie zum Thema "IT Security" auch: IT SecCity.de (www.itseccity.de)

Fragen an den Cloud-Service-Anbieter
1. Wer kann meine Daten sehen?
Datenverlust ist eine Realität und eine nicht unbeträchtliche Menge der Fälle von Datenverlust gehen auf das Konto von Dritt-Anbietern. Daher ist es wichtig zu wissen, ob der Service-Anbieter, der das System administriert, die Daten sehen kann. Die meisten Admins können das. Die Frage ist also: Gibt es Kontrollen, die das Versenden, Kopieren oder sonstige Nutzen der Daten verhindern?

2. Was passiert, wenn der Anbieter Kundendaten verliert?
Gibt es eine Datenschutz-Policy und wie wird deren Einhaltung überprüft? Diesem Thema muss sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

3. Sind Sie mit paralleler Speicherung einverstanden?
Was macht der Anbieter, um Informationen und Systeme zu trennen? Könnte der eigene Konkurrent, der den gleichen Service nutzt, plötzlich Zugriff auf eigene Daten bekommen?

4. Wie sieht es mit den Backups aus?
Wieviele Kopien der Daten hat der Anbieter? Ist die Wiederherstellung der Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit möglich? Wie weit zurück in die Vergangenheit reichen die Backups?

5. Wie leicht ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter?
Diese Frage wird oft erst zu spät gestellt. Daten zwischen Cloud-Anbietern zu transferieren, ist relativ neu und bisher beherrschen diesen in Zukunft notwendigen Service erst wenige Anbieter.

6. Wie wichtig sind Service Level Agreements?
Meist sind in diesen Verträgen Zahlen das zentrale Element. Allerdings ist auch die Festschreibung des Ausgleichs im Falle der Nichterfüllung des Vertrags notwendig. Das Schicksal der eigenen Firma könnte von dieser Vereinbarung abhängen. Zahlungen sind dabei jedoch nur ein Aspekt. Wenn das Geld eintrifft, könnte es bereits zu spät sein.

Aus Sicht von Cyber-Ark ist Cloud Computing eine Überlegung für viele Unternehmen. Aber die Verantwortung liegt letztlich beim Nutzer. Dieser muss seine Verantwortung wahrnehmen. Gegen unerwartete Ereignisse ist niemand gefeit, aber mit einem überschaubaren Aufwand kann man die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe deutlich reduzieren. (Cyber-Ark: ra)

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