(27.07.09) - Controlware, renommierter deutscher Systemintegrator und IT-Dienstleister, bietet einen umfassenden Beratungsservice zur Migration analoger Festverbindungen auf IP- und Ethernet-Standards. Der Service richtet sich vorrangig an Unternehmen, deren analoge Netzverträge gekündigt wurden, und die nun nach Alternativen für ihre Infrastruktur suchen.
Im Zuge einer Bereinigung ihrer Übertragungsnetze hat die Deutsche Telekom zum 30. September alle Verträge für analoge Standard-Festverbindungen (aSFV) gekündigt. "Tausende von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen müssen ihre analogen Dienste jetzt innerhalb einer Übergangsfrist IP-fähig machen", erklärt Bernd Stock, Key Account Manager bei Controlware.
Umsetzung von Migrationsszenarien Zwar verläuft die Umstellung vieler Dienste – etwa die Migration analoger Sprachnetze auf VoIP – zumeist unproblematisch. Doch Stock warnt: "Viele kritische Dienste lassen sich nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand in ein zeitgemäßes Netz portieren, manche müssen sogar auf ganz andere Technologieplattformen überführt werden. Viele Betriebe unterschätzen, wie viel Know-how für diese Umstellung erforderlich ist." Controlware bietet daher einen Beratungsservice, der Kunden bei der Umsetzung von Migrationsszenarien unterstützt.
Besonders schwierig gestaltet sich die Umstellung analoger Dienste, die auf feste Bandbreiten und eine feste Taktung der Signale angewiesen sind. In den klassischen SDH-Infrastrukturen der 70ger und 80ger Jahre wurden alle Signale gleich getaktet und in identischen Abständen über klar definierte Übertragungswege transportiert. Viele analoge Protokolle setzen daher voraus, dass Pakete gleich schnell und in der richtigen Reihenfolge transportiert werden und in prognostizierbaren Zeitslots am Endgerät eintreffen.
Beim Routing durch moderne IP-Netze kann jedoch nicht bestimmt werden, welchen Weg ein Paket nimmt. Dadurch kommt es zwangsläufig zu Verzögerungen und Verwerfungen in der Reihenfolge der Pakete. Um in einer IP-Umgebung eine zuverlässige Taktung zu erreichen, benötigen Unternehmen stabile MPLS-Standleitungen von 2 Mbit/s oder mehr. Doch auch dies ist kein Königsweg, betont Stock: "Die Kosten einer Leitung mit den gewünschten Dienstmerkmalen sind achtmal so hoch wie die klassische analoge Standard-Festverbindung. Bevor ein Unternehmen alle analogen Anschlüsse auf 2 Mbit/s-Standleitungen umstellt, sollte es alle Alternativen prüfen lassen."
Analog-Aus betrifft damit unter anderem Kernkraftwerke Zu den bekanntesten analogen Diensten, die auf präzise getaktete Verbindungen angewiesen sind, gehört der Gleichwellenfunk. Das schwarzfallfeste Funkverfahren kommt bei der Kommunikationsübertragung in vielen kritischen Infrastrukturen zum Einsatz, etwa in Flugverkehrskontrollsystemen, in den Netzen von Strom- und Gasversorgern sowie als Backup-Kommunikationskanal im Katastrophenfall. Auch Fernwirkverkehrsprotokolle wie IP101, IP104 und SEAB 1F sind nur bedingt für IP-Netze geeignet. "Diese Standards werden in der Industrie seit den Siebzigern für die Anbindung, Überwachung und Steuerung abgesetzter Fernwirkanlagen genutzt", berichtet Stock. "Das Analog-Aus betrifft damit unter anderem Kernkraftwerke, Industrieanlagen, Flughäfen, Schleusen- und Umspannwerke – kurz: Tausende neuralgischer Punkte. Die Betreiber müssen schnell handeln und gemeinsam mit Experten klären, welche Bereiche berührt sind und wie sie sich zukunftsfähig anbinden lassen."
Folgeproblem IT-Security Erschwerend kommt hinzu: Die IP-Migration der Analogverbindungen wirft auch unter Sicherheitsgesichtspunkten viele Fragen auf. Mit jeder auf IP umgestellten Verbindung entsteht ein zusätzlicher Netzwerk-Endpunkt – und damit ein neuer Angriffspunkt für Hacker und Viren. "Wenn ein Verteilerkasten über IP angebunden werden soll, muss sicher sein, dass Hacker von dort aus nicht auf kritische Produktionsnetze zugreifen können", so Stock. "Technologisch ist das in industriellen Produktionsnetzen eine enorme Herausforderung, die viele Unternehmen nur mit Unterstützung meistern werden."
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Auch ISDN steht vor dem Aus Controlware verfügt über langjährige Erfahrung in den Bereichen Telekommunikation, Netzwerktechnologie, Informationssicherheit und Zugangskontrolle. Im neuen Beratungsservice bündelt der Systemintegrator das Know-how aus diesen vier Bereichen, um Kunden eine schnelle, sichere und wirtschaftliche Modernisierung ihrer Infrastrukturen zu ermöglichen – eine Herausforderung, der sich in den kommenden Jahren immer mehr Unternehmen stellen müssen: "Die Analog-Abschaltung ist lediglich der Auftakt zu einer weitreichenden Neustrukturierung des Telekom-Netzes", prognostiziert Stock. "Bis 2013 werden sukzessive auch die ISDN-Anschlüsse abgekündigt, in den Folgejahren wird dann die gesamte SDH-Infrastruktur auf Glasfaser- und Ethernet-Technologie überführt. Unternehmen sollten daher rechtzeitig die Weichen für eine sanfte Migration stellen." (Controlware: ra)
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